Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 103
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.10
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.12
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0158
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0158
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
io3

eines großen, kunstreichen Stammes oder Vereins, welcher
sich nach allen Seiten der alten Welt verbreitete. Beson-
ders aber waren es die Pelasger, jene wunderbaren Aben-
teurer dieser alten Welt, welchen sie vorzugsweise gedient
zu haben scheinen, indem sie ihnen Mauern und Burgen
gegen feindliche Angriffe, und Tempel und Heiligthümer
zum Gottesdienst bauten. Es wird aber um so schwerer
den vielfach verschlungenen Conflikt beider Namen, welche
das Alterthum oft verwechselt, oft neben einander setzt, auf-
zulösen, da sie einerseits hiedurch innig und vielfach ver-
bunden waren, andrerseits aber, theils durch wirkliche Ab-
sonderung im Laufe der Geschichte und Begebenheiten, theils
wieder durch Vermischung und Verschmelzung mit den Lus-
tern, sich feindlich einander gegen über zu stehen scheinen.
Aber wie schon gesagt, und wie es unserer Meinung nach
auch durch die sehr wahrscheinliche Ableitung des Namens
Lyrsener, oder Tyrrhener, von fvgaig oder rvgpig, wel-
ches die Thürme besonders der Stadtmauern bedeutet, be-
wiesen wird; wie schon gesagt, scheint es uns, daß die
Tyrrhener ursprünglich nur der Stamm von Technikern war,
welcher als eine geschlossene Kaste jenen herumziehenden
pelasgischen Krieger - Colonien diente. Daß dieser Name
aber später dem ganzen Volke gegeben ward, darf uns nicht
wundern, und scheint ganz im Geiste alter Sprache und
Geschichte zu seyn, und doch ist auch dieses vielleicht nicht
zu beweisen, da der Name Tyrrhener, in der Römischen
Zeit, stets mit dem der Tusker, wie früher in der Griechi-
schen, mit dem der Pelasger vermischt und verwechselt
wird.

Gewiß nun sind die Mauern, von irregulären Polygonen
ohne Bindungsmittel zusammengesetzt, welche man über
einen großen Theil des südlichen Europas, den Archipel und
Kleinasien zerstreut findet, das Eigenthum dieser alten Werk-
meister der Kyklopen und pelasgischen Tyrrhener, wie es
theilweise schon durch die Untersuchungen Petit-Rädels,
Dodwells, der Sigr. Dionigi u. s. w. dargethan worden.
Nur müssen wir diese Mauern als solche, und wenn wir
loading ...