Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 109
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heit auf die Anwesenheit und den Einfluß pelasgischer Kor
lonien schließen darf, so sind sie es doch keinesweges allein,
welche dieser Völker Gegenwart beurkunden. Wohl aber
scheint, daß der Mangel eines Bindungsmittels ein sicherers,
allen pelasgisch - tyrrhenischen Construktionen eigenthümliches
Merkmal ist.

Wir glauben nun hiemit unsere Annahme, daß der
Name Kyklopisch sich eigentlich auf das troglodytische be-
ziehen müsse, Pelasgisch aber die allgemeine Bezeichnung der
ältesten construktiven Architektur, nach dem Volke, bei wel-
chem sie angewendet wurde, tyrrhenisch aber nach der Hand-
Werkskaste, welche sie anwendete, war, hinlänglich bewahrt
zu haben, und schließen diese erste Abtheilung unserer Ar-
beit mit einigen Worten über die weite Ausdehnung dieser
tyrrhenischen Technik.

Schon oben versprachen wir die Nachweisung der älte-
sten konstruktiven Technik, welche sich aus Indien kommend-
in Medien und Persien vorzüglich ausbildete. Wir haben
für diese Nachweisung nun zwei bedeutende Punkte. Der
erste ist ein Denkmal in vollkommener Polygontechnik, wel-
ches Reisende im Aderbischan, *5-*) vielleicht dem alte»
Gaza, in Media - Atropatena fanden, und
dessen Bau den Persischen Heroen CAoraioig) *53) zuge-
schrieben wird. Die zweite Spur Persischer Technik in ur-
sprünglich pelasgischem Gebiete, sind die Barderioten, Ghe-
brische Perser, welche 14,000 *54) oder gar 30,000 *55)
an der Zahl, im 9ten I. H. nach Griechenland kamen,
und bis auf den heutigen Lag von Vater auf Sohn Mau-
rer fia(JTop€c sind, in enger geschlossener Verbindung leben,
und durch das ganze türkische Reich bei großen Bauten be-
rufen werden. 150)

152) Iloeck veter. Pers. mon. p. 157.

153) Die eigentlichen Perser nach Herodol VH. 6». eonf.
Steph. ßyz. in voc. ’Aprcüa.

154 ) Leo gram, ad calc. Theoph. p. 45<>»

155) Zonaras II. 151.B.

156) Pouquevilie II, p. 4*7*
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