Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 110
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Mehrere andere Spuren pelasgischer Technik aber, haben
sich ebenfalls in Thrakien, Thessalien und Epirus, unter
den Schipetors den Nachfolgern der Pelasger erhalten.
Wir können hier zuerst den Charakter ihrer Städte, Festun-
gen und einzelnen Hauser anführen, welche alle auf die
Abkunft von einem Kriegervolke und militärischer Bauweise
deuten. *57) Ja es besteht unter ihnen in gewissen Ge-
meinden, wie z. B. Dopati, Gylezi und Nakova, *58)
ein Verein von Hydrotekten, Sonterrazis genannt, welche
der Ausübung ihrer Kunst seit undenklichen Zeiten im gan-
zen Orient obliegen, *59) und die Gesetze derselben in ihrem
geschloßenen Vereine bewahren. Es sind diese nun wohl
unbezweifelt eine ununterbrochene Fortpflanzung jenes, im
Alterthum so berühmten Stammes, thrakisch - pelasgischer
Techniker, von deren ausgedehnter Wirksamkeit wir auch
noch in anderen Gegenden Spuren finden. Schon an einem
anderen Orte haben wir hiefür einige Beispiele angeführt.
Es gehören dahin die Mauern aus Polygonen, welche auf der
Abbildung *6°) einer dakischen Festung Vorkommen, und
allem Anscheine nach, keinesweges eine bloße Grille des
Bildners sind. Auch die über einen Theil des Nordens
verbreiteten Hühnengräber, die Druidischen Tempel und
Riesenbaue, und mehrere Denkmäler des Polygonbaues in
Gallien, sind hieher zu rechnen, und ihre Erbauer können
füglich als Zweige jenes großen thrakischen Werk-Vereins
angesehen werden», welcher der ältesten Civilisation Europas
diente.

Doch genug der Mythen, Sagen und Symbole! Und
aus ihrem zwar fruchtbaren und reitzendblühenden, aber un-
sicheren Gebiete, treten wir jetzt mit sichererem Schritte, in
das der Geschichte und geschichtlicher Zeugnisse ein.

157) ibid. II. p. 561.

158) ibid. I. p. 347-

159) Andreossy Essai sur le Bosphore p. ißt —192.

160) Santo Bartoli Col. Trag. pl. 86 — 89-
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