Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 168
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II.

D i e Silenus-Lampen,

zwei antike Bronzen.

Hierzu die Kupsertasel VH.

Das klassische Alterthum kennt nur Fackeln und Lampen.
Der Beleuchtungsluxus der Neueren von dem Gebrauch der
Wachslichter an bis herab zur neuesten Oelgasbeleuchtung
war schon bei der ganzen Bau - und Lebensweise der Alten
unmöglich. Denke man auch hier an das Horazische: xri-
vatus illis census erat brevis; so wird man schon im
voraus davon überzeugt seyn, daß selbst die ersten Künst-
ler im Bronzeguß ihre Erfindungskraft bloß dazu aufboten,
um für die Tempelkandelaber in Bronze und Marmor
(wovon die noch bis zu uns gelangten Prachtstücke Pira-
nesi in einem eigenen Werke sammelte,) auch angemessene
Lampenformen zu erfinden. 0 Dann aber richtete sich der
auch im kleinsten Geräthe waltende Schönheitssinn gewiß auch
bald auf zierliche Lampenformen für den häuslichen Ge-
brauch. Besonders scheinen die Lämpchen für gewisse
Schaferstunden in der Nacht in Mannichfaltigkeit der For-
men und der darauf angebrachten Bildwerke mit einander
gewetteifert zu haben. 1 2)

1) S. Heinr. Meyer's Geschichte der bildenden
Künste bei den Griechen. Th. I. S. 96. und 265.

2) S. Martial XIV, 39. Diese conscia lectuli Iucerna oder,
wie es in drei griechischen Epigrammen heißt, der Mpvos swigtcop
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