Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 189
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cherten, daß der gelehrte, durch seine früher» Reisen aufs
Kap vielfach vorbereitete und in seinen scharfsinnigen For-
schungen und Vergleichungen unermüdet fortschreitende Auf-
seher dieses Museums, Professor Lichtenstein in Vor-
lesungen und Abhandlungen daraus die wichtigsten Folgerun-
gen begründen und diese auch durch ein Zeugenverhör aus
alten Denkmälern und Schriftstellern noch anziehender und
lehrreicher machen konnte. Vorzüglich reich wurde durch
Sendungen der Art das Berliner Museum an Antilopenar-
ten, einem Geschlecht, worüber Lichtenstein schon in das
Magazin der Gesellschaft naturforschender
Freunde, (Sechster Jahrgang S. 157 ff.) eine
gehaltreiche Abhandlung hatte einrücken lassen. Unter den
noch nicht bestimmten Arten befand sich auch eine, die. er
für die Subulones des Plinius zu halten aus mehreren
Merkmalen sich bewogen fand, in welchen neue Naturfor-
scher gewöhnlich nur die jungen Hirsche fanden, die wir
Spieser zu nennen gewohnt sind. Da aber die Stelle
des Plinius mancherlei Schwierigkeit hat und die verschie-
denartigsten Erklärungen erfuhr, theilte Prof. Lichtenstein
mir seine Zweifel mit und verlangte meine Meinung darüber
zu erfahren. Nur mit Schüchternheit wagte ich, auf einem
mir fremden Felde einige Bemerkungen darüber ihm mitzuthei-
len, deren Gebrauch in seiner am 12. März d. I. in der
Berliner Akademie der Wissenschaften gehaltenen Vorlesung
ihm völlig überlassend. Ich folge aber nun seiner eigenen
Auffoderung, dieß vorläufig iu der Amalthea mitzutheilen,
weil jene Abhandlung in den Societätsfchriften wohl erst in
Jahresfrist abgedruckt werden dürfte, und gebe nicht nur,
was ich damals meinem verehrten Freunde nach Berlin zu-
schrieb, sondern auch, was auch als vorläufige Notiz gewiß
willkommen seyn wird, die interessanten Winke, die sein
Antwortsfchreiben enthielt.

Vorläufig also jetzt nur folgendes. Ich bin so glücklich
gewesen, eine wahre afrikanische Antilope, vielleicht den
Oryx selbst, an dem Halse eines gemalten Gefäßes aus
gebrannter Erde zu finden, welches der berühmte Reifende,
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