Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 190
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Eduard Dodwell in einem aus Felsen gehauenen Grabe in
der Nachbarschaft von Korinth gefunden und der ehrwürdige
Alterthumsforscher D'Agincourt in Rom noch kurz vor
seinem Tode in einer Sammlung von antiken Denkmälern
aus gebrannter Erde zuerst herausgegeben hat. Das in
seiner natürlichen Größe dort abgebildete Gefäß, *) welches
D'Agincourt zur Aufnahme von wohlriechenden Aromen und
Spezereien für den Todten bestimmt seyn läßt, ist an seinem
bauchigten Theil mit zwei von Arabesken begränzten Reihen
größerer Thiere und Vögel (schwarzen Figuren auf weißem
Boden) eingefaßt, worunter sich offenbar einige zum Tiger-
oder Panthergeschlecht gehörigen Thiere, ingleichen ein wil-
der Ochs, von der Gattung der Iomards oder Jumarren,
befindet. Besonders auffallend ist aber eine große Antilope,
mit auf- und rückwärts gebogenen langen Hörnern, ein
wahrer 8trep>8ic6r08, den auch Agincourt für so wichtig
hielt, daß er sein Bild auf seiner Kupfertafel noch besonders
darstellte. Es ist aber sehr merkwürdig, daß dieselbe Anti-
lope, gleichfalls zwischen Tigern gestellt, auch noch auf einem
alten Vasengemälde aus Hamilton's erster Sammlung, die
Hancarville colorirt herausgab, nur etwas weniger correct
in den Umrissen vorkömmt. 1 2) Ueberhaupt dürften aber
die alten Vasengemälde, trotz der Jncorreetheit, die sich
besonders bei Thierstücken zeigt, 3) noch eine gute Nachlese

1) Recueil des fragmens de sculpture antique en terre cuite
(Paris, Treuttel et Wurz ig 14. in 40 XXXVI. So viel mir
erinnerlich, hat Dodwell spater in einer eigenen kleinen Vasen-
sammlung, die er zu Rom herausgab, auch dieß höchst merkwür-
dige Gefäß selbst edirt. Ich habe aber trotz aller angewandten
Bemühung bis jetzt nicht in Besitz dieser Sammlung gelangen
können.

2) Collection d1 Antiquites Etrusques, Grecques, cet. par
tTHancarville T. II. pl. 119.

3} Los animaux sont ordinairement figures sur les vases
avec une extreme incorrection. Millin Explication des pein-
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