Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 195
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XI, i4O.) zu halten haben, indem ich eine Homonymie
In zwei sehr verschiedenen Thieren vermuthe. Sein kun-
diger Ausspruch mag auch entscheiden, ob das alte Gemälde,
wovon uns Bochart in seinem Hierozoico einen Holzschnitt
mittheilt, 9) echt und wahr sei, welches ich, da der gelehrte
Bischof, Daniel Huet, es mittheilte, schon aus diesem
Grund für beachtungswerth halten möchte. Sei dem nun,
wie ihm wolle, Saumaise verdiente die Zurechtweisung.
Allein auch Hardouin war auf falscher Fährte, wenn er
bei den Subulonen an eine Aehnlichkeit mit Pfeifen dachte,
welche aus den Hörnern oder Geweihen der Thiere gemacht
oder wenigstens ihnen ähnlich seyn könnten. Denn was
auch immer von dem alttuscischen oder etrurischen Worte
subulo 10) zu halten seyn mag, welches bei den Römern
ein Spottname der zu so vielen Spöttereien in Rom Anlaß
gebenden Tempelpfeifer gewesen zu seyn scheint, Plinius
dachte in jener stelle gewiß nicht an diese Ableitung.

bei den großen Thierkämpfen in den Morgenstunden, wo man die
grimmigsten Thiere hetzte, der Tod vieler Hunde wurde (man lese
das merkwürdige Distichon in Man. XIII, 92.), könnte doch wohl
ein Einhorn gewesen seyn. Und ist, was Camus am angef.
Orte nur noch zweifelnd ausspricht: „il paroit qu’ entre le rhino-
ceros il existe quelque autre quadrupede portant une seule corne
sur le front; mais on n’a point encore des connoissances asses
precises pour peindre cet animal et donner une histoire“ nicht
durch die neuesten Entdeckungen im süd-östlichen Africa zur Ge-
wißheit geworden?

9) Hierozoicon libri III. c. 27. T. I. p. qZZ- Opp.

10) Die bezüglichen Stellen giebt jedes vollständige Wörterbuch.
Wir bleiben bei den Worten des Festus: „8ubulo Tusce tibicin
dicitur« und verweisen auf Micali's genaue Zusammenstellungen
in seiner Italia avanti il dominio dei Romani T. II. p. 253.
neue Ausgabe. Eö war gewiß dieß Subulo ein Spottname. Denn
diese etruscischen Pfeifer waren ihrer Gefräßigkeit und Stupidität
wegen stets dem Spotte preis gegeben. Man lese die Erklärungen
zum pinguis Tyrrhenus in Vikgil's Georg. II, 193.
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