Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 196
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.15
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.18
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0252
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0252
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Indem ich dieß niederschreibe, kann ich einen seit Jah-
ren recht lebhaft in mir gefühlten Wunsch nicht zurückhal-
ten. Hr. Prof. Lichtenstein wird sich in seinem durch die
preußischen Naturforscher in Aegypten und Nubien so herr-
lich ausgestatteten, zoologischen Museum und durch alles bei
ihm, dem bei der naturhistorischen Theilung der Erde Africa
in seinen nördlichsten und südlichsten Punkten als eigene
Domaine zufiel, von allen Orten her Zusammenfließende, wohl
am meisten berufen fühlen, uns eine möglichst vollständige
Erklärung der berühmten Barberinischen Mosaik von Pale-
strina, welches bekanntlich Nilszenen darstellt, mit alle den
zum Theil monströsen Thieren, von denen es dort besonders
hinter den Bergen wimmelt, mit einer möglichst getreuen
Abbildung “) dieses einzigen Denkmals aus den letzten Zei-
ten der römischen Republik zu geben, und dabei das uralte
Sprichwort: semper aliquid novi ex Africa aufs neue
verherrlichen.

B.

n) Gewöhnlich behilft man sich mit der Abbildung, dieBarthele-
m y zu seiner Erklärung in den M e m o i r e s de l’A c a d e m i e des
Inscriptions gab, die doch sehr mangelhaft ist. Schon N i b b y in
seinem Viaggio antiquario ne’ conto rni di Roma
Tom. I. p. 298. führt die von Millin (unter der Aufsicht de6 wackern
Berliner Künstlers Catel) genommene treue Copie (fast in der
Größe des Originals) mit vielem Lobe an. Sie muß mit dem
größten Theil feines archaeologischen Nachlasses in die Sammlun-
gen der K. Bibliothek in Paris übergegangen seyn. Es könnte Hrn.
Prof. Lichtenstein nicht schwer werden, durch die Vermittlung des,
alles Zweckmäßige fördernden Alex. v. Humbolds, Durchzeichnun-
gen davon zu erhalten. Welch ein Fund für die Archaeologie der
Zoologie!
loading ...