Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 199
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Cultus hat man dann nachher, da der Addax dort fremd
war, für den kan sich mit den Füßen und Hörnern des
europäischen Bockes beholfen, aber auf den ägyptischen (oder
ägyptischen und nubifchen) Bildern sind die Hörner des
Mendes immer Addax-Hörner.

Die Hörner der Isis und andrer Göttinnen sind die der
Lorcas, die auch auf einer der Papyrus-Rollen einmal
ganz, wenigstens eben so getreu wie im Schreber, neben
der Isis abgebildet ist. Ich habe nun außer diesen noch
vier nordafricanifche (nubifche) Antilopen, von denen ich
nichts in den alten Bildern finde. Die eine davon ist die
Dama des Plinius, der andern erwähnt keiner der Alten.
Dagegen fehlt mir die xendg des Aelian, auch die Art,
welche die Alten unter ßovßakog verstanden. Doch sind
diese vom Sanegal her bekannt. — Ich muß nun noch
recht ernstlich alle die ägyptischen Darstellungen, die ich noch
nicht verglichen habe, durchgehn, und da soll die Barbe-
rinische Mosaik das erste seyn, wonach ich greife, auch will
ich deshalb sogleich an Humboldt schreiben, der uns die
Catel-Millinsche Copie gewiß verschafft, zumal da sich auch
sein Bruder, der Herr Staats-Minister, in diesem Augen-
blick so sehr für die Sache interessirt.
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