Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 203
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Posthurrms vermeint: dieser Herkules habe sonst in der lin-
ken Hand einen Bogen gehalten, welche Ansicht wir aber,
weil das Werk von verdienstlicher Arbeit ist, nicht theilen
können; denn guter Art und Geschmack in der Kunst hal-
ten wir es keineswegs gemäß, den Figuren ohne scheinba-
ren Zweck die Hände mit Attributen zu füllen. Herkules
könnte des Bogens in der Linken sich gar nicht bedienen,
da er in seiner Rechten die Keule hält, ihm auch über-
dem weder Köcher noch Pfeile gegeben sind. Wenn sich
daher ein ungefähr ähnlicher aber den Bogen führender
Herkules auf Münzen des Posthumus findet, so wird
dieser Bogen wahrscheinlich ein Zusatz des Stempelschnei-
ders , nicht aber mit der übrigen Figur einer guten ältern
Statue nachgebildet seyn.

Taf. CXVI. u. CXVII. enthalten zwei schöne kleine Brust-
bilder des Herkules aus Erz; eines derselben ist bärtig und
mit Lorbeer gekränzt; der schräg von der Schulter über
die Brust laufende Riemen mit Buckeln besetzt, deutet
den Köcher an, welchen die Statue so dem Künstler zum
Vorbild gedienet, wird getragen haben; die Augäpfel sind
von Silber eingesetzt. Das Brustbild Taf. CXVII. stellt
den Helden jugendlicher, ohne Bart und Kranz dar; ihm
liegt jedoch die Löwenhaut um die Schultern und ist auf
der Brust zusammengeknüpft. Die Erklärung giebt diese
letztere Bronze für eine der schönsten, welche man sehen
könne, und zieht sie der andern weit vor. Unsere Erinneruugs-
blätter enthalten jedoch nur die allgemeine Bemerkung,
daß beide gut gearbeitet seyen.

Taf. XCVIII. Saturnus, kleine bronzene Figur, kei-
neswegs von schlechter Kunst, doch vornehmlich der Sel-
tenheit wegen schätzbar.

Taf. XCIX. Erhobene Arbeit aus Marmor, ein Opfer
darstellend; alle Figuren bis auf zwei — sind mit Lorbeer
bekränzt; das Opferthier ist ein Schwein mit mehreren
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