Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 204
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Jungen. In dem opfernden auf römische Art bewaffneten
und bekleideten Feldherrn, will der Ausleger den Aeneas
erkennen und das Werk auf diesen Helden deuten, welcher,
als er in Latium angekommen war, eine Schweinemutter
fand, die dreißig Junge geworfen hatte, und solche den
Göttern opferte. Hiergegen dürfte nun eben nicht viel
einzuwenden seyn; eben so wenig gegen die Vermuthung,
daß die im Relief auf der einen und andern Seite sitzen-
den, ungefähr auf Weife der Amazonen bekleideten weib-
lichen Figuren, die Städte Alba und Rom vorstellen sol-
len ; irrig aber scheint uns die weiter ausgesprochene Mei-
nung : dieses erhabene Werk rühre aus den Zeiten der An-
tonine her, weil dasselbe den Merkmalen des Styls und
der Behandlung zufolge kaum vor der Zeit Constanrins
des Großen entstanden seyn kann.

Taf. CXX. Sarcophag mit erhabenen Bildern, geflü-
gelte Kinder, oder kleine Genien darstellend, welche sich
mit gymnastischen Uebungen, als: Laufen, Ringen, mit
dem Caestus schlagen u. s. w. beschäftigen. Die Arbeit
soll gut seyn, eigene Bemerkungen über dieses Werk haben
wir keine mitzutheilen.

Taf. CXXI. und CXXII. Zwei Ansichten von der
berühmten Gruppe der beiden Ringer, welche unter die köst-
lichsten Stücke der fiorentinifchen Antikenfammlung gerechnet
wird, und als ein solches neben der Venus, dem Schleifer,
dem Apollino und dem tanzenden ein ScabiUum tretenden
Faun in der Tribüne der Gallerie aufgestellt ist. Der
Erklärer hegt ihm wohl zu verzeihende Zweifel, ob diese
Gruppe das von den Alten so hochgeschätzte Symplegma des
Cephissodorus sey, dessen Plinius Hist. Rat. L. XXXVI.
cap. 5. Sect. 4- no. 6. gedenkt. Ueber die restaurirten
Theile und was an denselben antik oder modern seyn mag,
urtheilt er nicht; aus dem Grunde, weil selbst die besten
Künstler in Betreff derselben verschiedener Meinung wären.
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