Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 238
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und Anleitung der Königlichen Bibliothekare der Herren Prof.
Butt mann und Dr. Spieker, nach der Methode des
geschickten Buchbinders Hrn. Pietzker, mit äußerster
Sorgfalt und großer Geschicklichkeit aufgewickelt, aufgezo-
gen und unter Glas und in Rahmen gefaßt. Mit all-
mahliger Aufwickelung der Uebrigen ist man unablaßig be-
schäftigt.

Die meisten dieser Rollen sind ganz vollständig; einige
sind theilweife abgebrochen und hin und wieder durchlöchert;
in einigen größeren sind kleinere Einschiebsel und Beilagen
gefunden worden.

Von diesen dreißig aufgewickelten enthalten zwölf
theils hieratische, theils demotifche Schrift, theils beides
zugleich; manche von diesen sind auch mit Figuren-Zeich-
nungen verbunden. Fünf enthalten ägyptische und grie-
chische Schrift; vier andere Kursiv-Hieroglyphen, in
schwarzer, rother und gelber Farbe, mit größeren Bildern
vergesellschaftet; endlich acht andere größere, Figuren-Ge-
mälde und hin und wieder Kursiv - Hieroglyphen damit ver-
bunden. Eine von diesen Rotten, außerhalb mit
ßpou bezeichnet, war noch mit drei Siegeln in grauem
Thon (vielleicht fetter Nilschlamm) sorgfältig verschlossen.

Alle Schrift auf diesen Rollen ist größtentheils sehr
deutlich und erkennbar, die Hieroglyphen desgleichen. Die
größeren Zeichnungen und Malereien sind auf einigen roher
und flüchtig gemacht, auf anderen mit größerer Sorgfalt
und in Hinsicht auf naturhistorische Gegenstände mit großer
Wahrheit und Treue gezeichnet.

Die II. Klasse der antiken Statuen

hat eine schätzbare Vermehrung durch den im Jahre 1323
erfolgten Ankauf einer vortrefflichen marmornen Statue
einer Diana mit langem Gewände und ausgezeichnetem
Kopfe, über Lebensgröße, ehemals im Palaste Colonna, zur
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