Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 246
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Wellen um die Stirn und fallen dann in geringelten Locken
herab, ungefähr so wie in der herrlichen Büste von Villa
Mondragone, die jetzt das Louvre ziert. Zwei Köpfe aus
dieser Sammlung geben die Lxecimens kl. 7. und 27.,
über die unsre Notizen keinen Nachtrag gewahren. Andre
eigentliche Porträtbüsten übergehend fügen wir lieber die
Beschreibung einiger Basreliefs hinzu. Zuerst eines run-
den Altars mit Figuren in einem Styl, der den ältern
mit Geschmack und Zierlichkeit nachahmt. Diese Figuren
umgeben selbst wieder einen Altar in Basrelief, der eine
Nachbildung des größern ist und über dessen Gebrauch im
Bacchischen Cultus Aufschluß giebt. Denn von diesem Altar
rechts (wobei wir uns nach der Stellung des Beschauers
richten) steht ein sogenannter Indischer Bacchus als otyi\-
vonajyajv, lange Haarflechten auf Schulter und Rücken,
um die Mitte des Leibes mit einem Bocksfell umgürtet,
welches über dem langen faltenreichen Gewände liegt. Daß
man sich indeß unter dieser Figur hier nur einen Bacchus-
priester zu denken habe, beweist deren Handlung; er libirt
auf dem Altar aus einer Henkelkanne, die er in der Rechten
hält; in der niedergehaltnen Linken trägt er ein andres herz-
förmiges Gefäß. Den übrigen Theil des Umkreises füllen
drei Bacchen in ekstatischer Bewegung aus; die dem Priester
zunächst stehende ist dieselbe höchst reizende und anmuthige
Gestalt, welche auf dem Basrelief im Brittischen Mu-
seum Sixt Room No. 17*, und eben so auf der bekann-
ten Vase des Sosibios (No. 332 in Clarac's Catalog) vor-
kommt. Auch die unmittelbar dahinterstehende kommt auf
der letztgenannten Vase vor; deren Figuren überhaupt ziem-
lich alle in andern Compositionen nachgewiesen werden kön-
nen, und sicherlich von mehrern ältern Kunstwerken zusam-
mengetragen sind. Die dritte Mänas, welche auf der an-
dern Seite des Altars dem Priester gegenüber sieht, und
mit rückwärts geworfnem Kopfe in enthusiastischer BewegunK
ein Rehkalb zerreißt, ähnelt sehr der in Villa Borghefe
8t. 2. No. 14., jetzt im Musee Royal zu Paris, Clarac
No. 233., welche die Herausgeber Winckelmauus, freilich
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