Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 247
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nur aus sehr unbestimmten Gründen, für eine Copie eines
Skopadischen Werkes halten. Ein andres Bacchisches
Reliefs das in die Mauer an der Treppe eingesetzt ist,
ist aus später Zeit von mittelmäßiger Arbeit und stellweise
restaurirt; doch will ich die ziemlich zahlreichen Figuren des-
selben von der linken Hand anfangend aufzählen, und kurz
bezeichnen. Zuerst, in der Reihe des Zuges zuletzt, ein
Satyr mit einem Lrinkhorn in der Hand; dann Bacchus
mit Ariadnen auf einem Wagen fahrend; Amor auf dem
Rücken eines citherfpielenden Centauren stehend und ihn zü-
gelnd; ein andrer Centaur die Flöte spielend; ein tanzender
Pan, der mit dem erhobnen Fuße auf den Deckel einer
Cista mystica schlägt; eilt Satyr ein Pedum schwingend;
eineBaccha Cymbeln schlagend; eine andre die Flöte blasend,
eine dritte auch als Cymbelschlägerin; ein ältrer Satyr mit
Panskopf als Choreg des Zugs. Es erhellt aus dieser Be-
schreibung die Identität dieses Basreliefs mit dem bei Ca-
vaceppi Racc. T. 2. tb. 53. abgebildeten; nur erscheint
hier die drittletzte Figur/ welche man von hinten sieht, als
Satyr. Dagegen ist ein Basrelief der Sammlung, das
den Raub der Persephone darstellt, so viel mir bekannt,
weder irgendwo abgebildet noch beschrieben, und demnach
eine neue Zugabe zu den von Welcker aufgezählten. Hier
sieht man zur linken Hand zuerst Demeter auf einem Wagen
stehend, vor dem zwei ausnehmend kleine gallopirende Pferde
gespannt sind; unter diesen liegt Gäa als halbbekleidete
Frau, neben ihr steht ein kleiner Knabe beschäftigt, ein Füll-
horn aufzurichten. Hinter den Pferden sieht man eine weib-
liche Figur in schnellem Laufe; eine andre führt den Wagen.
Vor dieser kniet eine weibliche jugendliche Gestalt neben
einem Korbe, eine der Gespielinnen der Persephone oder
die Göttin selbst, als Blumen pflückend. Dann folgt Pallas,
von der man den Rücken sieht, den Hades beim Arme
fassend und zurückzuhalten strebend. Hades selbst ist nackt;
er steht aus einem sehr kleinen Wagen, und man sieht
ihn von hinten. Das Uebrige ist abgebrochen; auch sind
mehrere Köpfe und vorfpringende Extremitäten ergänzt.
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