Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 260
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VIII.

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das Käuzchen, der Mäusetödter.

Eine Zugabe.

Nebst einem Umriß No. VII.

April des Jahres 1324 schrieb mir Professor Rauch aus
Berlin folgendes: „Ich ließ für Sie ein Minervenkauzchen
nach einem Abguß von einer Bronze, die sich in einem römi-
schen Museum befindet, zeichnen. Vor Jahr und Tag
schickte ich Ihnen einen Abguß desselben Käuzchens nach einer
Bronze im Braunschweigischen Museum, den ich, als das
Original davon aus Paris zurückkam, hier davon nehmen
ließ. Da aber an dieser Braunschweigischen Bronze beide
Krallen fehlten und doch ein Sockel für den Vogel gemacht
werden mußte: so ergänzten wir die abgebrochnen Füße und
stellten sie auf einen liegenden Jünglingskopf, blos im Scherz.
Sie haben diesem Scherz eine Auslegung gegeben, voll viel-
facher Beziehung auf den Zeitgeist. Das mögen Sie ver-
antworten. Wir dachten eigentlich hier nichts dabei, als
daß der Vogel eben so gut auf einem Kopfe, als auf einem
Topfe stehen könne. Denn die Amphore, auf welcher uns
die alten athenischen Tetradrachmen und Drachmen den Kauz
stehend vorbilden, ist doch wohl auch nur ein Topf. Was
geschieht? Lord Clan William, der jetzige englische Ge-
sandte beim hiesigen Hofe, findet in Rom denselben Kauz,
wie er in Braunschweig steht, und laßt ihn durch B o sch i,
einen mittelmäßigen römischen Bildhauer und Zeichner, genau
nach dem Original kopiren. Aber jenes Original ist voll-
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