Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 268
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wenigstens nichts ungereimtes haben, daß jener der Pallas
zu Füßen stehende Kauz auf einem solchen Oelkrug stehend
gebildet worden war, und daß eben daher der so häufig auf
Athenischen Tetradrachmen und Drachmen vorkommende
Burgkauz mit dem Qelkruge seine wahre Beziehung erhalte.

Wie nun, wenn es dem Bildgießer, dem wir diesen
Kauz, den Mäusefraß, verdanken, gefallen hatte, im Scherz
statt des panathenaischen Oelkrugs die kleinen Hausdiebe um

daß man sie Schicksalsbaume nannte £/iopiai. S. alles hierher Ge-
hörige am vollständigsten in P. Burmann's lupiter Fulger,
c. 8- p- 279-84.) und eine Unzahl von Volkssagen daran knüpfte,
gab auch dem daraus gepreßten Del die verherrlichende Auszeich-
nung, daß den Siegern in den panathenaischen Spielen als Kampf-
preis (&7raS?iov Apostolius Prov. Cent. XIII, 28-) ein Henkelkrug
(denn es war ein äyoov äfitpopirps') mit solchem Del gefüllt gege-
ben (r-ö 'dXatov to in rijs popias beim Lucian de gymn. c. 9-
T. II. p. 888- Wetst.) und diese Krüge, wahrscheinlich wie die
Dreifüße in den monumentis choragicis, an geweihten Drten aufge-
stellt wurden. Das erste kennen wir aus der oft mißverstandenen
Stelle in Pindars Nem. X, 65. wo diese Krüge in Terra Cotta
(jycLia navSsiGa. s-upi) und mit bunten Farben geziert (dyygoov
üpnsa 7ca.p.TzoinxKcT) mit Pindarischem Wortprunk eingeführt wer-
den. Es versteht sich dabei, daß wohl auch hier die Dperation
statt fand, die nach den genauesten Forschungen über die Malerei
der altgriechischen Thonvasen auch bei den Vasengemälden angewen-
det wurde, daß man auf,dem schon einmal gebrannten Thon die
feuerbeständige Farbe auftrug, und sie dann noch einmal härtete.
(S. des Canonicus Ivrio Schrift: sul metodo degliAntichi nel di-
pingere i Vasi p. 6 f. und Hausmann's Vorlesung in der Göt-
tinger Societät de vonkeetione vasorum antiquorum fictilium
§. 24. ff.), so daß Heyne, durch eines der Scholien irre geführt,
wohl sehr unpassend an einen besonder« metallenen Einsatz mit Re-
liefs (tlieca aerea affabre sculpta, wovon itomiXktiv und noiru-
los schwerlich je gebraucht wurde) dachte. Thier sch hat in seiner
Uebersetzung Th. II. S. 114. diesen Irrthum stillschweigend ver-
bessert. Doch wäre noch ein Zweifel übrig, so würde er durch eine
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