Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 271
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Natürlich war diese Stelle allen Griechen in guter Erin-
nerung , und wurde bei der täglich wiederkehrenden Erfah-
rung , daß vor diesen Oelnascherinnen nirgends eine Lampe
sicher sei, immer angeftischt- IJ) Selbst die bildende Kunst

Scholien aus den Ambrosianischen Handschriften zur Odyssee 1, 54.
wo Minerva selbst damit vorleuchtet, p. 506. ed. Buttm. sehr be-
stimmt. Offenbar hatten die Chorizonten auch dieß in der Ilias
nie vorkommende Wort aus dem spätern, gemeinen Sprachgebrauch
zum Beweis des spatern Ursprungs der Odyssee angewandt, und
darum die Glosse bei Hesychius, T^vyvos stehe für T^afnräs oder bas
bei Homer, dem auch noch Dilloison zumApollonius Bex. Hom. p.552.
beipflichtet. Es ist kaum auszumitteln, wann mit dem Gebrauch
des Tochtes und des Oels für die Tochtlampe das sie vom An-
fänge an bezeichnende 'kvjivos in Umlauf gekommen ist. Denn
daß in unserm so genannten Anacreon IV. 15. das Wort vorkommt,
beweist bekanntlich nichts.

11) In mehreren Sinngedichten der griechischen Anthologie,
welche auf Mause gedichtet wurden, werden die Näscherinnen mit
Beinahmen bezeichnet, die sich nur auf diese Leckerhaftigkeit, die
Lampen zu besuchen, und das Oel darin zu lecken, beziehen lassen
könnten, wenn es anders mit den Wörtern selbst seine Richtigkeit
hatte. So redet der alexandrinische Leonidas die Maus an, und
rath ihr, die Häuser der Reichen zu besuchen, weil es in seiner ärm-
lichen Wohnung kaum Salz und Brosamen gebe: sage, warum
erspähst du, 0 Lam p en fre u n d in, die Winkel, <pL\o-
Tivjcve Anal. II, 196. XXX. So las man in allen nach der Pla-
nudischen Recension gemachten Ausgaben und bei Suidas. Allein
seit Brunck wurde aus dem Vaticanischen Codex tpiXdAipvz gelesen.
Vergl. Jacobs Animadv. T. IX. p. 102. Ob aber das gleichfalls
von der naschhaften Maus in des Antiphilus Epigrammen Anal.
II, »75- vorkommende Xvpvoßopos, Lampenschlucker, in der ge-
wöhnlichen Lesart nicht sehr gut bestehen könne, obgleich die Vati-
canische Handschrift 'A.ipvoßöpos- hat (S. die Leipziger Ausgabe
derselben von Jacobs T. II. p. 30, 86.) möchte doch wegen der
Composition des Wortes selbst, wo in Tupvoßöpos sonst zweimal
dasselbe gesagt wird, noch in Frage zu stellen seyn. Auf jeden
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