Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 274
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.20
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.23
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0331
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0331
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
274

wändern , Büchern anrichten, der Göttin, die als ’Egydvq
über den Hausfleiß im Thalamus, über Spinnen und We-
ben waltet, und die alle Erzeugnisse des dichtenden und for-
schenden Geistes, alle Lucubrationen selbst durch das Oel,
das sie für die Studirlampe spendet, fördert und schützt, sehr
verhaßte Geschöpfe, und daher der züchtigenden Rache des
Minervenkauzes Preis gegeben. Sie haben, wie Minerva
schon im Homerischen Froschmausler klagt, (v. i85 ff.)
Löcher in ihren neugewebten Peplus gefressen, und sie sind
es ja auch, welche in dem berühmten Marmorrelief, der
Apotheose Homers, von dem Bildner jener Vergötterung,
dem Apollonius von Priene, an dem Fußschemmel des
vergötterten Homers, an dessen Armlehne die Ilias
und Odyssee knien, und den der Weltkreis kränzt, nagend
abgebildet sind, wodurch, alles wohl erwogen, nicht der
stets zweifelhafte Dichter der Batrachomyomachie, sondern
der über alle Zollen und Homeromastigen siegende, zur gött-
lichen Ehre.erhobene Dichter angedeutet wird. Denn so
wie, um Großes mit Kleinem zu vergleichen, der große Po-
lyklet den Thron seiner Juno Chryselephantine zu Argos mit
Weinlaubranken umkränzte, und eine Löwenhaut über den
Fußschemmel der hohen Himmelskönigin breitete, um da-
durch den Triumph der Göttin über ihre Stiefsöhne, Bacchus

von Millin Peintures T. II. pl. 27. abgebildeten, die prächtigsten
sind. Millin hat zur ersten Mustertafel in den Peintures in der
Description p. 2. die Sache nur oberflächlich abgethan. Bei diesen
Prachthenkeln dient, wie auch auf der prächtigen Vaticanischen von
Millingen in den unedired monuments pl, XX. abgebildeten der
Fall ist, offenbar die Volute des ionischen und corinthifchen Säu-
lenknaufs zum Vorbild. Sehr zweckmäßig hat der Königl. Vasen-
ergänzer in Neapel, Gargiulo, in seinem heftweis erscheinenden
Werke: Collezione delle diverse forme de’ vasi Italico - Greci
(Napoli 1322. in 4.) auf mehreren Tafeln 1. I. rav. 4. Z. 10. 12.
14. iZ. 20. die Henkel besonders in Kupfer stechen lasten, und es ist
anzunehmen, daß auch der Geh. Finanzrath Beuth in Berlin in
seinem Musterwerke einige Tafeln davon mittheilen werde.
loading ...