Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 280
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.20
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.23
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0337
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0337
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
280

bolisches, an eine höhere Allegorie aus dem Minervencyclus
gedacht habe. Allerdings fehlt unserem Kauz irgend ein be-
stimmendes Merkmal, wodurch er zum Liebling der Burg-
göttin gestempelt wurde, z. B. das des Oelzweiges, wie dieß
auf alten Vasen der Fall ist. 24). Allein da es, wie
gleich Anfangs erinnert worden, der leibhaft athenische Burg-
kauz ist, den wir hier erblicken, wie er auf vielen hun-
dert Münzen und Anticaglien fortlebt; da es ferner gleich-
sam herkömmlich war, diesem Vogel irgend etwas, auf
die Göttin oder irgend eine andere Allegorie sich Bezie-
hendes, unter die Füße zu geben: 24 25) so ist es wenigstens

24) Z. B. auf dem Napf in gebrannter Erde, bei Caylus
im R.ecueü T.l. p. 55*2* oder auf der zierlichen Patera in d'Han-
carville Andquites Etrusques cot. T. I. pl. 41. wo nicht nur
ein Olivenzweig, der deutungsvolle SuAAnx, auf beiden Seiten des
Vogels prangt, sondern das Ganze auch mit einem Kranz der Art
eingefaßt ist.

25) Als den Speer, auf welchem sitzend sie die Krieger in den
Kampfausführende Minerva begleitet auf einem vorgebli ch inHer-
culanum gefundnen Silberrelief bei Ca plus Recueil T. II. pl. 42.
3. (wohin wohl auch das Käuzchen zwischen zwei Speeren auf einem
Altar in einem alten Jntaglio in Winckelmann's Cabinet da
Stosch. p. 66. 219. gehört;!) auf einem Widderkopf in Tafsie's
Catalogue n. 178Z. auf dem Brustharnisch der Minerva, rechts und
links den Caduceus und eine Kornähre (d. h. die Segnungen des
Friedens werden nur durch die aps.r>) erworben'und behauptet;)
auf einem Medufenkopf, wohin das wahrscheinlich zu einem Amulete
bestimmte Sinnbild auf einem gefchnittnen Stein in de la Chausse
Mus. Roman. Class. II. n. 41. zu rechnen ist, ein Kauz auf einem
Medusenkopf und Oelzweig stehend, aber mit einem behelmten Mi-
nervenkopf, Lanze und Schild zur Seite, statt des Vogelkopfes ver-
söhn. Vollkommen in Stellung und Figur unserm Maufetödter
ähnlich ist eine Bronze, ein Käuzchen, welches seine Krallen auf
eine Schildkröte gesetzt hat, als Vignette in Caylus Recueil
T. VI. p. 215. eingedruckt. Caplus p. XIV. erklärt offen, daß
ihm der Sinn dieser Allegorie nicht deutlich sey. Wie leicht könnte
loading ...