Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 284
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fresnianus I. die übrigen weit, indem er, obgleich ziem-
lich neu, aus einer sehr guten Quelle geflossen seyn muß;
ihm werde ich einst bei einer kritischen Bearbeitung der
Kunstbücher vorzugsweise folgen, weil er namentlich den
Styl des Plinius viel reiner giebt, als wir ihn jetzt haben.
Zwar sind die meisten dieser Handschriften schon früher
von B rotier in seiner, den meisten Archäologen schein-
bar ganz unbekannten Handausgabe unsers Schriftstellers
benutzt worden, aber mit solcher Flüchtigkeit und Nach-
lässigkeit, daß man seine Vergleichungen, die er durch An-
dere fertigen ließ, als gar nicht vorhanden betrachten darf.

Sie stimmen gewiß mit mir in der Bemerkung überein,
daß vhngeachtet der gelehrten Forschungen hochverdienter
Archäologen doch noch vieles für die Geschichte der griechi-
schen Künstler zu thun übrig ist, und daß in dieser Hinsicht
eine neue mit Benutzung aller vorhandenen Quellen und nach
den Grundsätzen einer richtigen Kritik unternommene Aus-
gabe des Künstlerverzeichnisses von Franz Junius nicht un-
zweckmäßig seyn dürfte. Indem ich nun in diesen Tagen
in meinen Excerpten zum Plinius herumblätterte, um über
einiges, was mir zweifelhaft und verdorben schien, die Zeug-
nisse der Handschriften zu vernehmen, stieß ich zuerst auf die
vielbesprochne und allen Untersuchungen über äußere Geschichte
der griechischen Kunst als Grund dienende Stelle von den
Epochen der griechischen Künstler (XXXIV. 8. 8.19.) wor-
über nach dem, was Heyne in den antiquarischen Auf-
sätzen und in der Sammlung seiner akademischen Gelegen-
heitsschriften bemerkt, Fr. Thier sch in den reich ausge-
statteten Anmerkungen zu den Epochen der bildenden Kunst
unter den Griechen manchen geistreichen und treffenden Auf-
schluß gegeben hat. Demohngeachtet aber findet sich immer
noch mehreres, woran man bei näherer Betrachtung Anstoß
nehmen muß, und ich erlaube mir, einiges von dem, was
ich zur Aufhellung jener höchst schwierigen Stelle gefunden
zu haben glaube, Ihrem prüfenden Blicke vorzulegen, in der
Ueberzeugung, daß Sie diesen schwachen Versuch mit Ihrem
gewohnten Wohlwollen beurtheilen, und den Irrenden auf
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