Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 286
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01. io6, 4. (ZZZ. v. Ehr.) unter dem Archonten Eu-
demus stirbt Mausolus, König von Carien. (Oio-
dor. 8ie. XVI. 36. vergl. Olinton'8 fast! Helle-
nici pag. 262.) Plinius (XXXVI. 6, 6.) nach
den ältesten Ausgaben und den Codd. Dufresn. I.
Keg. II. CoLbert. giebt irrig als Todesjahr des
Mausolus das zweite Jahr der gedachten Olympiade
an, was Brotier, (T. VI. p. 414.) um einige
Uebereinstimmung in der Chronologie in Bezug auf
die 87» Olympiade zu erzwingen, aus seinen, wie
schon oben bemerkt wurde, sehr flüchtig gefertigten
Vergleichungen der Pariser Handschriften in das
zweite Jahr der hundertsten Olympiade umändert.
Nach der richtigen Lesart jener Handschriften hat
sich Plinius nur um zwei Jahr versehen, oder viel-
leicht ist schon früher anno IV. in anno II. überge-
gangen. Uebrigens hat diese Verschiedenheit auf un-
sere Untersuchung keinen wesentlichen Einfluß. — An
dem berühmten Grabdenkmal dieses Mausolus arbei-
tete nun Skopas zugleich mit Bryapis, Timotheus
und Leochares, und wenn wir nun das erste Jahr
der 107. Olympiade als das annehmen wollen, wo
Skopas damit beschäftigt war, so ergiebt sich bei Zu-
sammenstellung von 01. 87» und 01. 107, 1. ein
Unterschied von 78 Jahren, ein Zeitraum, der für
die Kunstthätigkeir eines Mannes offenbar zu groß ist.
Eine zweite, sehr gegründete Einwendung gegen die Echtheit
des 8copa3 an unserer Stelle macht Heyne in den anti-
quarischen Aufsätzen I. 234. daß nämlich schon deswegen
dieser Name hier Mißtrauen erregen müsse, weil Skopas
hier unter den Künstlern aufgeführt werde, die in Metall
arbeiteten, da der Ruhm des Mannes sich nur auf Marmor-
werke gründe; denn eine Stelle bei Pausanias (VI. 25,2.)
komme hier nicht in Betracht. Dieß alles hat zuerst Heynen
am zuletzt angeführten Orte zu dem Ausspruch vermocht, baß
der Name des Skopas an unserer Stelle von fremder Hand
ungeschickt hineingetragen worden, eine Annahme, die in
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