Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 287
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.20
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.24
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0344
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0344
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
287

die Andeutungen S. 153. ausgenommen worden ist.
Fea zu Winckelmann (1-II- p-i97») meint/ daß
man zwei Künstler/ die beide den Namen Skopas führ-
ten/ unterscheiden müsse/ ohne jedoch einen einzigen Grund
für diese Behauptung anzuführen. Nun könnte man zwar
die Stelle bei Plinius (XXXIV. s. 19. fin.) hieher zie-
hen/ wo in den gewöhnlichen Ausgaben steht: Stratoni-
cus caelator ille (fecit) philosophos : Scopas utra-
que, in den ältesten aber uterque gelesen wird. Allein
keine von beiden Lesarten scheint die richtige zu seyN/ wo-
für ich spater genügende Beweise beibringen zu können
hoffe. — Thier sch in den Anmerkungen zu den Epo-
chen u. s. w. S. Zi. trägt die scharfsinnige Vermuthung
vor/ daß hier statt Scopas zu lesen sey Onatas, indem
der Name dieses großen Künstlers/ der erst in unfern Ta-
gen aus fast gänzlicher Vergessenheit gerettet worden ist/
im ganzen Plinius nirgends erwähnt wird. Allein alle
diese Auswege/ die offenbar verdorbne Stelle zu verbes-
sern/ scheinen nicht die richtigen zu seyN/ indem man theils
nicht sieht/ wie der Name Skopas so ohne alle Veranlas-
sung in den Text gekommen sei/ theils die Veränderung
aus Scopas in Onatas doch etwas zu gewagt ist. —
Um nun von dieser kurzen Kritik der bis jetzt aufgestellten
Meinungen zu dem überzugehen, was mir selbst nach reif-
lichem Ueberlegen als das wahrscheinlichste vorkommt/ so
beginne ich damit/ daß der Name Skopas hier auf keine
Weise anzutasten sei; meine aber/ daß die Verderbniß der
Stelle in dem zunächst darauf folgenden Wort Perelius,
einem aller Analogie ermangelnden Eigennamen/ liegt/ wo-
für die ältesten Ausgaben Parelius haben/ auf dessen Ver-
derbniß schon Heyne a. a. O. I- 234. aufmerksam machte.
Thier sch a. a. O. S. 66. liest für jenes Perelius, wel-
ches auch die Pollingersche und sämmtliche sieben Pariser
Handschriften haben/ Perileus. Nun giebt aber Pausa-
nias an einer schon oben angeführten Stelle (VI. 25, 2.)
folgende uns sehr wichtige Nachricht. Er erwähnt näm-
lich dort einen Tempel in Elis, der der himmlischen und
loading ...