Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 313
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geringste schließen läßt. Man hätte sich auch die vor dem
Titelblatt gestochnen bekannten Münztypen von Selinunt
füglich ersparen können. Da wird niemand etwas von
den richtig gebildeten Pferden auf den ältern, von den schö-
nen Gestalten auf den spätem Metopen entdecken können.
Jndeß ist zu hoffen, daß man dabei nicht stehen bleiben
werde. Kundige Zeichner und Archäologen werden hinzu-
treten, und diese Entdeckung, die ein neues Glied in der
großgriechischen Kunstgeschichte bildet, gehörig zu würdigen
verstehen.

Daß aber so etwas bei der Neigung der Sicilianer, auf
alles einige Verse zu drechseln, nicht unbesungen bleiben könne,
ließ sich im Voraus sagen. Wirklich hat in diesem Jahre
zu Palermo dieser Fund den Sänger begeistert, dessen dich-
terischer Erguß unter folgender Aufschrift erschien: Versi di
Pompeo Ijizenga intorno alle metope Selinuntie
nell’ anno 1323 disotterrate e deposte k Palermo
nell Museo della Piegia Universita degli studj. —
Multa renascentur, cpiae jam cecidere. — Palermo
3 824-. per le stampe di Giardin in 8* An diesem
Machwerk ist nichts als die gute Absicht zu loben. Das
Beste sind die 22 angefügten Noten. Aus der i9ten
ersehen wir, daß sich beim Duca di Serra di Falco
eine sicilische Vase befinde, auf der das Bild, den

wahren Hercules Melampygus vorstellend, Pisani's Aus-
legung der 8ten Metope vollkommen bestätige. Die 2ate
Note enthält interessante Bemerkungen über die Bearbeitung
dieser ungeheuren Säulenschäfte aus Einem Stücke in
den benachbarten Steinbrüchen von Campobcllo, wo sich
noch die vollkommen erhaltenen Vertiefungen im Bruche
finden, aus welchem eine ganze Säule herausgearbeitet
wurde. Welcher Werkzeuge, welcher Hebel, welcher
Maschinen zum Fortschaffen und Ausrichten mußte man
sich dabei bedienen! —
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