Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 314
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So weit unser Correspondent in Neapel. Mit Ver-
gnügen fügen wir dieser Mittheilung die Nachricht hinzu,
daß einer der gelehrtesten Baumeister und Alterthumsfor-
scher, der K. Baiersche Hofbauintendant und Oberbaurath,
Ritter von Klenze, auf seiner letzten Reise nach Italien,
wohin er den erhabenen Kenner und Förderer der Kunst,
den Kronprinzen von Baiern, vor zwei Jahren
begleitete, auf seiner ergebnißreichen Wanderung durch Si-
eilten und Untersuchung der großen Tempelruinen zu Girgenti,
Segesta und Selinunt diese Entdeckung aufs sorgfältigste
zu prüfen, die genausten Zeichnungen und Vermessungen davon
zu machen und die interessantesten Forschungen darüber anzu-
stellen Gelegenheit hatte. Dieß alles wird uns nun in
einer von ihm herauszugebenden Reifebeschreibung mitge-
theilt werden. Zu dieser angenehmen Hoffnung berechtigt uns
sein Brief vom 25* Jan. 1825, wo es heißt: „Ich bin jetzt
an meiner Reise durch Sicilien beschäftigt, und hoffe, daß
sie nebst einigen theils noch ganz unedirten, theils schlecht
dargestellten graphischen Zugaben von Sculptur und unedir-
ten Vasen nicht ganz ohne Interesse seyn werde. Besonders
will ich sehr gute Zeichnungen der höchst merkwürdigen
Sculpturen von Selinus beifügen und meine Meinung
darüber sagen." Bis dahin, daß ein so vollgiltiger Kunst-
richter aus Autopsie uns seine Aufschlüsse mittheilt, dürfte
es den deutschen Kunstfreunden nicht unwillkommen seyn,
alles was darüber bis jetzt im Druck erschien, vorläufig
kennen zu lernen. Dieß vcranlaßte die nachfolgende Ueber-
setzung eines Briefes aus Sicilien, welcher in der Mitte des
vorigen Jahres in einer der reichsten englischen Monatsschriften
mitgetheilt wurde, und bewog mich, die Hauptpuncte in
der Mythe von dem geschwänzten Diebsgesindel, Kerkopen
genannt, in freilich noch sehr unvollständig entworfenen Um-
rissen anzuführen. Herr von Klenze wird dieß alles am
besten anzuwenden und zu berichtigen wissen.

B.
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