Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 320
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.20
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.25
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0377
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0377
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
320

ligem Gesindel, und dieß waren die Kerkopen. Dieß alles
geht deutlich aus der Stelle Plutarchö hervor de discrim.
am. et adulat p. 60. B. p. 223. T. I. Wytt. Plutarch
bemerkt dort, daß alle Heroen oder Göttcrsöhne sich gern
bon Parasiten und Hofnarren umgaukeln und zum Lachen brin-
gen ließen: o\ 'hx A16g yeyovoreg diravng öfJLoicog xd-
dv^^cuiroig xal xarayeXaaroig ^ai^ovrai * xal
ydo 'Hoax'Aijg run, xal 'ZctXyvolg o A16-

vvaog hre^rrero. Da hat Wyttenbach in den Animad.
Opp. T. VI. P. I. p. 479* die Sache mit Wenigen treff-
lich entwickelt, und auch einen weiter zu verfolgenden
Wink über die Parasiten des Herakles gegeben, und bemerkt,
daß aus den alten Herakleen des Pisander und Panyasis
dieß ganze Kerkopenwesen in die Satyrdramen und Lustspiele
überging, was auch Heyne zum Apollodor p. 131- schon
andeutet, wo er auch die Stelle des Eunapius nicht vergaß
in Aede8io p. 21. ed. Boissonade, die aber weder Wyt-
tenbach noch Boissonade in ihren Anmerkungen ganz aufge-
klärt haben.

So viel ist deutlich, dieses Trug - und Lug - Spott- und
Schmarozergesindel *) wurde nun in den satyrischen Dra-
men , in welchen Herakles die Hauptrolle spielte, eine Lieb-
lingsfigur, wie auch Welcker Trilogie S. 137. bemerkte.
Nichts bot den Satyrdramen und Lustspielen in der Fabel
des Herakles einen willkommnern Stoff dar, als seine
Dienstzeit bei der Lydischen Prinzessin Omphale. Der

*) Deren Andenken sich noch in dem Trödel- und Tandelmarkt
im Ceramikus zu Athen, in der Kspnciurcav äyopä errett, welche
Toup Epist. Crit. p. 113. Lips. mit der Londner Cheapside ver-
gleicht. ©. Meursius Ceram. gem. p. 63. Wenn Eustachius
ausdrücklich anführt, daß auf jenem Markt rä jikompaia vertrö-
delt worden waren, so dient dieß zur Erläuterung der Glosie beim
Hesychius, wo nEpn(£>7Ti2.ovrss durch r<.aTaG7zädVTts erklärt und
von Alberti gleichzeitig durch Kleiderdiebe , 'Xo^noivrai, erläutert
werden. Man denke nur, wie Aristophanes in den Wolken die
Diebsgriffe schildert, womit man sich fremde Gewänder aneignete.
loading ...