Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 331
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frühesten Styl angehörigen Münzen von Selinunt der ju-
gendliche Herakleskopf ein stehender Typus ist, wobei die
Erklärer nicht verfehlten, alle die Wohlthaten anzuführen,
die Herakles dieser uralten Kolonie aus Megara erwiesen
haben sollte. *) Viel Aufschlüsse über dieß Alles dürfen wir
uns dann versprechen, wenn sich erst für die jetzt so zahl-
reich gewordene Klasse von sicilischen Vasen (nicht nur der
mit schwarzen Figuren auf weißem Grunde, sondern aller
andern, deren Fundort ohnstreitig Sicilien ist) auch ein
Prinz Torremuzza gefunden, d. h. ein sicilischer Archäolog
Mittel und Eifer genug haben wird, um, wie es jener
Prinz mit den sicilischen Münzen that, von diesen Vasen in
möglichster Vollständigkeit ein eignes Kupferwerk herauszuge-
ben, wozu vorzüglich die jetzt aus der Sammlung des Gra-
sen von Lamberg vom Grafen Laborde zu Tage geförderten,
wovon die Originale jetzt die kaiserliche Antikensammlung in
Wien schmücken, die reichsten Beitrage liefern würden. **)

*) Ein Blick auf die Münzen von Selinunt zeigt uns caput
Herculis jam senile, jam puerile admodum, et tarnen leonis
exuviis tectum, wie Eckhel bemerkt T. I. p. 240. Besonders ist
der Stierbandiger (der Stier hatte Beziehung auf den Dadalus)
und der jugendliche Kopf mit dem Löwenhaupt über dem Kopfe ein
beliebter Typus, den wir auf zwei Münzen im Hunterschen Museum
tab. 48- 25, 26. gut abgebildet finden. Dergl. Torremuzza tab.
LXYI, 12 —17. Mi 0 net Yol. I. p. 236. n. 670. 71. go.

**) Denn gesetzt auch, daß der große Kenner der Vasen, der
Ritter Gherardo di Rossi in seinem lehrreichen Briefe über die
sicilischen Vasen an Millingen vor der Sammlung, die er an Sir
John Coghill verkaufte und die Millingen herausgab in den Pein-
tures de Vases grecs de la Collection de Coghill p. XIV. ss.
vollkommen Recht hatte, wenn er diese silhouettenartigen Vasenbil-
der auf sicilischen Vasen nur für Nachahmung des alten Styls hielt:
so bleibt doch für die älteste Mythenkunde der Heraklesfabel die
Quelle in ihnen sehr ergiebig und echt. Wir erinnern hier nur an
den Faustkampf des Herakles mit dem Eryx in der schönen Vase
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