Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 334
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man erst mit dem Canonicus Iorio zu Rache gehen, der
die Küsiengegend von Pozzuoli zu seiner Domaine gemacht
hat.

Endlich ist auch das erste Heft der Beschreibung des hie-
sigen König!. Museums (Real Museo Borbonico) erschien
nen, welches aber in der eigentlichen Folge das viertelst,
dem die drei ersten, in denen die Plane von Pompeji ent-
halten sein sollen, bald folgen werden. Das Werk soll in
Umrissen den sammtlichen Bestand des Museums angeben,
Plane von den Hausern in Pompeji, von Gebäuden aus dem
Mittelalter, Statuen, Basreliefs, Gemälden aus dem Alter-
thum und der neuern Zeit bis auf die Schule der Caraccis her-
unter; Bronzen, Mosaiken, alte Gerätschaften, Großgrie-
chische Vasen, Waffen, geschnittene Steine und Münzen;
Orientalische und Aegyptische Denkmäler, mehreres aus dem
Mittelalter u. a. Die Erklärungen sollen kurz sein, um
nicht der Fortsetzung des Herkulanischen Prachtwerks Einhalt
zu thun. Monatlich soll ein Heft erscheinen, jedes zu 2
Neapolitanischen Piastern. Vier Hefte machen dann einen
Band mit 66 Kupfertafeln aus, und das ganze Werk wird
mit 16 Bänden vollendet werden. Uebrigens gehen die
Ausgrabungen von Pompeji wie gewöhnlich sehr langsam
vorwärts, bringen aber auf jedem Schritt mitunter sehr
merkwürdige Sachen hervor. Vor kurzem deckte man öffent-
liche Bäder, die ersten dieser Art, in einer Straße auf, die
nördlich vom Forum und westlich von dem Winkel liegen, den
der Tempel der Fortuna bildet. Bis jetzt hat man 3 große
zusammenhängende Gemächer ausgegraben, sämmtlich gewölbt.
In dem ersten sind steinerne Bänke an der langen Mauer;
an dem Ende, wo dev Eingang ist, befindet sich ein vierecki-
ges niedriges Bad, welches nach seiner Größe, nur für eine
einzige Person bestimmt scheint; zwei Stufen führen zu ihm.
Die flache Seite des Vorzimmers ist von einem Bad einge-
nommen , wo man einen großen, runden und rohen steiner-
nen Wasser-Kessel fand. In einem benachbarten großen
Zimmer, welches ebenfalls gewölbt, aber von den andern
getrennt ist,' steht ein größeres und dünneres sehr schönes
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