Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 342
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fei gestattet, in einem kleinen Excurs nur einige Umrisse da-
von zu geben.

c.

Excurs über die Mauerschriften bei den Griechen
und Römern.

In hundert Fallen, wo wir jetzt ein beschriebenes oder be-
drucktes Papier an die Mauer eines Hauses, an die Wand
eines Zimmers kleben, bedienten sich die Alten der weiß an-
gestrichenen Wände, um mit Röthel oder Kohle, oder auch
wohl, wo es bleibendere Schrift seyn sollte, mit einem be-
sonders zubereiteten Farbestoff ihre Bedürfnisse anzuschreiben.
Die Sache mußte tiefer aus der so einfachen Lebensweise der
Alten geschöpft werden. Das wünschte einst, als er mit
nichts als seinen Prolegomenen zum Homer beschäftigt war,
der vorurtheilsfreiste Kritiker unserer Tage, F. A. Wolf,
dessen Aeußerung in jenen Prolegomenen p. LIX. vergl. p.
LXXII., daß vor der Eröffnung Aegyptens unter Psamme-
tichus und der dadurch zuerst zu den Griechen gekommenen
Benutzung der Papyruscharte, der ßißkia, also vor dem
7ten Jahrhundert v. Chr., es mit dem Lesen und Schreiben
der Griechen überhaupt, da, wo es nicht auf öffentliche
Verhandlungen h crrijkaig und feierliche Contracte ankam,
die in festem Stoffe eingegraben wurden, noch sehr
dürftig ausgesehen haben möge, wohl schon langst ein
andres eignes Werk verdient hatte. Denn was zu seiner
Zeit der Jesuit Hugo schrieb, welches durch des fleißigen
Juristen G. H. Trotz Zusatze (1738.) doch in seiner
fehlerhaften Anlage nicht verbessert werden konnte, und alle

gegeben hat. Eine neue Probe von solcher Mauerschrift findet sich
in v. Goro's neustem Werk: ?omxeji tat». XX.
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