Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 354
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manche Lichtfunken, die wohl zünden und erleuchten könn-
ten; aber er ist sehr ungleich und oft oberflächlich.

Die Ausgrabungen waren indeß, wenn auch sehr schläf-
rig und mit wenigen Menschen und Mitteln, immer fortge-
setzt, zuweilen aber auch, als bei der Gegenwart des Kai-
sers Franz im Mai 1319, wo das damals ausgegrabene
Eckhaus in der Hauptstraße noch den Namen casa del Im-
peratore Francesco führt, auf einmal recht kräftig betrie-
ben worden. Noch zuletzt wurde der Herzogin von Parma
im Juni 1324, dem Tempel der Fortuna gegenüber, gerade
da, wo auch jetzt die Ausgrabungen noch fortgesetzt werden,
im letzten Eckzimmer eines Hauses mitten im stärksten Regen
ein solches Ausgrabungsfest mit gutem Ertrag gegeben.
Schon darum war also ein frischer Bericht von einem treuen
Augenzeugen sehr wünschenswerth. Und dieser ist uns nun
durch die Wanderungen des Hauptmanns von Gvro
auf eine recht angenehme Weise zu Theil geworden. Seine
Stellung als Hauptmann beim K. K. Geniecorps, die be-
sondere Begünstigung, die ihm sowohl , durch den Ober-
feldherrn, General von Frimont, als durch den Chef des
Generalquartiermeisterstabs, Frhr. von Hrabowski, bei der
sonst so eifersüchtig bewachten Aufzeichnung und Vermes-
sung in Pompeji zu Theil wurden, seine eigne brennende
Liebe zu alterthümlichen Untersuchungen, die er auch schon
früher in Dalmatien, bei den Untersuchungen der Palläste,
Gärten und Bäder Diocletians in Salona im Jahre 1317.
zur Seite des einsichtsvollen Directors des K. Antikenmu-
seums in Wien, des Hr. von Steinbüchel, zur Zufrie-
denheit seines Monarchen selbst bewiesen hatte, und eine bei
ihm um so höher zu schätzende allgemeine Bildung und Fer-
tigkeit im deutschen Ausdruck, da er, ein geborner Sieben-
bürge, mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, auch als
Odendichter in der ungarischen Sprache sich in ganz andern
Fächern mit Ruhm versucht hatte, machte ihn zu einem Un-
ternehmen der Art vorzüglich geschickt.

Man muß also hierbei den Zweck nicht aus den Augen
verlieren, den er selbst in seiner Zueignung an den Erzher-
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