Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 363
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rere gewölbte Behältnisse durch Lava 'bedeckt und verschlos-
fen, vor jedem Einfluß der Witterung auf immer geschont
waren. Man zeigt jedoch im Cabinet der alten Papyrus-
rollen des Museums einige Ueberreste eines in Pompeji
(wo ? das weiß jetzt niemand) gefundenen Stücks von einem
Manuscripte." Das neueste von Nachgrabungen ist eine
26 Schuh breite, 35 Klafter lange Hauptgasse, die man
bei der sogenannten Töpferbude, dem Haupteingange des
Forum gegenüber, erst im Herbst 1824 auszugraben anfing,
und wovon Hr. von Goro (S. 127) die genauesten Nach-
richten ertheilt. Nirgends zeigen sich in Pompeji so deut-
liche Spuren einer frühem Ausgrabung, als an diefem Orte,
und hier war es auch, wo im Novembev des verflossenen
Jahres in Gegenwart der österreichischen Generalität die
8 Zoll hohe silberne Statue einer Fortuna mit dem Füllhorn
nebst einem großen Merkur in Bronze und eine Menge Anti-
caglien zu Tage gefördert wurden. Da man auswärts in
der irrigen Meinung steht, als ob hier bloß Zufall herrsche,
und als ob der Fund in die Hände der hohen Anwesenden
komme, so stehe hier noch die Bemerkung (S. 113): „Es ist
bei den hiesigen Ausgrabungen immer üblich, daß wenn eine
Person von hohem Range diese Stadt besucht, man in deren
Gegenwart ein Haus ganz aufdeckt. Denn von den ent-
deckten Häusern trägt man oft das Erdreich nur auf 2 bis
3 Schuhe noch ab und läßt sie so, bis nicht vom Hofe
ein Abgeordneter oder sonst ein hoher fremder Gast nach
Pompeji kommt; erst dann wird die Ausgrabung vollends
beendet. Die darin gefundenen Geräthe werden in ein beson-
deres dazu bestimmtes Buch eingetragen und in das Kön.
Museum in Neapel gebracht."

Die mit den öffentlichen Plätzen und Gebäuden sich
beschäftigende 3te Abtheilung beginnt sogleich mit dem
wichtigsten von allen, mit dem großen Forum Civile, wo-
von Goro auf Taf. XII. einen großen, eben so vollständi-
gen als lehrreichen Grundriß und eine ausführliche Be-
schreibung (S. iiZ —118) gegeben hat. Dazu gehört
nun auch der sogenannte Tempel des Jupiter, wovon unser
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