Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 372
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vorn ausgehölt, und an den Seiten mit Fruchtkörben und
fressenden Vögeln bedeckt. Aus der Schwingung der Vor-
derseite ragen z kleine Tempel hervor, kaum wie Reliefs,
sondern fast ganz frei. An den beiden Ecktempelchen sind
die Genien der Jahreszeiten, Herbst und Winter, über
ihnen an der Vorderseite des Deckels sitzen schlummernde
Genien, mit umgekehrter Fackel in der einen und einem
Vogel in der andern Hand. In dem mittelsten Tempel
ist die Büste eines Knaben ausgehauen, durch eine Art
Blume mit dem Piedestal verbunden, fast in demselben
Styl, wie die colossale Büste des Antinous in dem run-
den Saal des Vatikanischen Museums aus einem Acanthus
sich erhebt. Unter der Büste ist folgende Inschrift:

00 iiaCaC xapitaC kai taC <ppenaC en©aa*

ekxeiCe

KEITAI KAPOTENTlC IIOAT^rATATOC OlCl TOKEXCl.

Diese beiden Hexameter sind, was sehr ungewöhnlich ist,
von einem Pentameter begleitet, welcher den untersten Rand
des ganzen Sarkophags einnimmt: links von der Büste steht
TPlC MAKAPOC AE AI0OC

rechts von ihr

TOOOON EXcöN ArA0ON.

Das E ist allenthalben von runder Form.

Nachschrift des Herausgebers.

Ich hatte meinem.verehrten Freund, Fr. Jacobs in Gotha,
wegen des offenbar fehlgeschriebenen Wortes in der ersten Reihe
dieß Tristichon, von dessen Form in spütern Inschriften schon darum
viele Beispiele sich finden, weil der Pentameter sich besser im untern
beengten Raum fügt, mitgetheilt, und erhielt darauf alsbald fol-
gende Antwort:

Noll dubitdre, tristiohon sepulcrale, quod raecum commu-
nicasti, apicibus unius literae deletis , in hunc modum esse scri-
bendum:
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