Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 394
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brauch, und so ist selbst Visconti's gepriesener Name hier
nicht immer eine volle Bürgschaft. *)

*) Museum Worsleyanum or a Collection of antique Basso
Relievos, Bustos, Statues and Gems with Views o£ tlie Levant,
taken on the Spot in the years i?85 - 8?. dedicated to tlie R. H.
Lord Yarborough. London, Prowett IZ2Z. Jede Lieferung enthalt
9 — 12 Tafeln nebst dein englischen und italienischen Text, wo aber
Visconti keineswegs, wie Dalla » ay' s (Anecdotes of the Am
in England p. ZZg.) Worte anzuzeigen scheinen, those marbles
were examined and described by Visconti, die Beschreibungen
alle oder allein gemacht hat, wiewohl er sich in den Anmerkungen
zum Bio Clementino öfters aus dieß Museum Worsleyanum be«
zieht. Das Prachtstück der ganzen Sammlung ist die Statue eines
Bacchus, der um einen geflügelten Knaben, welcher einen (restau-
rirten) Becher darbietet, seine Arme schlingt. (In der neuen
Ausgabe No. IV. die erste Tafel in der Zten Klaffe, welche Sta-
tuen enthalt.) Liefet man den Text zu dieser Abbildung, so muß
sich uns sogleich die Ueberzeugung aufdringen, daß das ganze Mach-
werk von dem Besitzer erst zusammengeschrieben wurde. Denn noch
haben wir eine zu gute Meinung von Visconti's Einsicht, um zu
glauben, daß wir den Flügelknaben, welcher offenbar ein Bacchi-
scher Eros ist, für den Akratos, den Diener des Bacchus (den
unsere neuesten Mythologen für einen Silenus oder Dionysos Cha-
lis erklären, S. Zoega's Abhandlungen S. 26. und Creu-
zer's Symbolik III, 216. ff.) zu halten haben. Dann würde es doch
noch eher ein Ampelos seyn. Eben so wenig möchten wir auf Vis-
conti's Rechnung setzen, wenn ein bei Stuart bloß restaurirter Drei-
fuß hier (No. II. in der Classe der Reliefs) uns als ein wirklicher
Dreifuß von dem Monument des Lysikrates aufgeführt wird. Kurz
es kann nichts unverdauteres gedacht werden, als die Erklärung
dieser selbst beim Sammeln aller Kritik ermangelnden Antiken. Es
findet aber beim Abdruck des Textes in dieser neuen Ausgabe noch
eine ganz unverantwortliche Nachlässigkeit statt. Zwar stehen bei
Aufführung der Stellen aus alten Schriftstellern oder ähnlicher Kunst-
werke in neuen Sammlungen Zahlen, die sich auf untergesetzte No-
ten beziehen. Allein die Noten selbst fehlen in den uns bis jetzt
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