Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 401
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specken zeichnen sich hier besonders das Thal von Antibolo
und die zwei Prospecte von der Ebene von Olympia aus,
der eine, welcher die Gegend umfaßt, wo man bis jetzt den
Hippodrom zu finden geglaubt hat, und der zweite, den
Lauf des Alpheos, wie er von den Ruinen von Palao-eccle-
sia aus gesehen wird. Viel gewonnen wird freilich durch
dergleichen, nur zu sehr aufs Pittoreske angelegte Prospecte
nicht für die Käufer, aber desto mehr für die Verkäufer und
Verleger. *) Sehr willkommen würde die Kupfertafel seyn,
welche 18 unedirte Münzen von Elis aus dem brirtischen
Museum und der herrlichen Gold - und Silbermünzenfamm-
lung (Bronzen hatte der Mann gar nicht) im Besitz des
Payne Knight, nun auch durch Vermächtniß Eigenthum des
brittischen Museums, uns vorführt, wenn sie nur wirklich
alle anecdoti wären, was doch weder Millingen, noch der

*) Wer wollte den reichen Liebhabern das Vergnügen miß-
gönnen, auch von den klassiswen Gegenden der alten Welt gut aus-
geführte Landschaften in ihre Portefeuilles zu legen. Doch bleibt es
ein sehr verderblicher Luxus der Britten, ihre sonst so lehrreichen,-
Reisebeschreibungen durch Views, die gewöhnlich nur Schatten von
Schatten sind, ins Unerschwingliche zu vertheuern. Selten sind sie
so verständig ausgewählt und von den ersten Kupferstechern, wie
Heath u. s. w. so gut ausgeführt, als in Edw. Dodwell's Glassi-
cal and Topograpliical Tour through Greece. Und doch gab die-
ser Dodwell auch noch in größern Blättern besondere Hefte von
Views heraus. Und so sollte es immer gehalten werden, man
müßte es denn gleich auf ein Werk mit bloßen Landschaften anlegen,
wie etwa die Herzogin von Devonfhire mit ihrer Küste von Italien
nach Virgils Aeneide, wozu Gmelin die herrlichen Landschaften lie-
ferte. Wir können es daher auch nicht billigen, daß in antiquari-
schen Sammlungen zum Unterricht der Liebhaber und Jünglinge,
wie z. B. in den Hornerschen sonst sehr verständig gewählten
und gut lithographirten Bilderheften des griechischen Alterthums
auch dergleichen Landschaften aus Choiseul Gouffier u. si w. wie-
dergegeben werden. Es wird zweckmäßigem Vorstellungen der Platz
dadurch weggenommen. B.

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