Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 402
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alte Sestitü zugeben werden. Aber die topographische Kunde
wahrhaft fördernd ist die hier auch mitgetheilte Situations-
karte von Elis und Olympia, nach des erfahrnen Obristen
Leake Aufnahme und Aufzeichnung, nebst der Angabe aller
Ruinen von Elis und Olympia, auf einem Grundriß von
Allason.

Nachschrift des Herausgebers.

Fauvel und, auf diesem ihre Ansichten gründend, der
Graf Choiseul Gouffier und Pouqueville haben zu-
erst alles auf der Ebne von Olympia, den Hippodrom, die
Altis, den Tempel des Zevs und der Hera u. s. w. aufs ge-
nauste anzugeben unternommen und es auch als bekannt vor-
ausgesetzt, daß Olympia eine Stadt gewesen sei. Auch ist es
nicht abzuleugnen, daß in spatern Jahrhunderten zur Zeit,
wo die Peutingersche Tafel verfertigt wurde, wo die Scho-
liasten kompilirten, Olympia, statt Pisa, als Stadt genannt
wird. Allein die ganze Behauptung ist völlig unhaltbar,
wenn man die altere Zeit im Auge behalt. Man verwechselt
was jenseits des Alpheus lag mit der Ebne jenseits. Dort
wohnten die Panhellenen, wenn sie zur Panegyris nach
Olympia kamen, schlugen Zelte auf, bivouakirten im Freien
oder unter Hütten, welches um so weniger Schwierigkeit
hatte, da keine einzige Frau als Zuschauerin in dem allge-
meinen izpöv anwesend seyn durfte (was freilich die Höken-
weiber und Marketenderinnen, die sM]vds- rMTa\ap.ßävov(jas

S. Casaubon us zu Athenaus IV, 20. x. 302. in gehöri-
ger Entfernung, nicht ausschließt.) Das alles hat Gail so-
wohl in einer Vorlesung im Institut im Jahr 1312 und in
einem Briefe, (den Valpy im Classical Iournal XXXI.
p. 2ox. hat abdrucken lassen, worin er seine Priorität gegen
den Abbe Ciampi in Pisa und den Marchese Haus in Pa-
lermo behauptet,) als auch in seinen Recherches historiques

T. I. p. 152-165. wohl zur Gnüge dargethan. Pausanias
spricht nie von Olympia als einer Stadt; wo er die Stadt
nennt, ist es Elis oder Pisa, deren oberste Magistratspersonen
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