Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 416
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Göttingen, sprechen mit Entzücken davon und von der Münz-
sammlung, von welcher Noch den nicht zu Viel gesagt hat.
Aber auch neuere Kunstwerke, Gemälde, Handzeichnungen
besaß der keinen Aufwand schonende, rastlose Sammler. Er
hatte in Nom das Portrait des Cardinal Bibiena von Raf-
fael gekauft (Dallawap Anecdotes p. 512.) und bezahlte
allein für einen Vaud Handzeichnungen des Claude Lorrain
1600 Pf. St. Und alles dieß ist nun durch Schenkung
ein Besitzthum des brittischen Museums geworden, indem er
auch darin sich von Townley und andern Knnstsammlern groß-
müthig unterschied, daß, was er nie gethan hatte, etwas um
Geld zu verkaufen, auch seine Erben, ein jüngrer Bruder,
der noch jetzt Präsident der Horticultural Society in London
ist, und sein Neffe nicht thun sollten. Er war nicht zurück-
haltend mit Zeigung seiner Schatze, obgleich gegen Unbekannte
etwas schüchtern und nur auf giltige Empfehlung achtend.
Auch wo es darauf ankam über die Aechtheit einer Antike
zu entscheiden, ein antiquarisches Nathsel zu lösen, wandte
man sich nie ohne Belehrung an ihn. Er wurde daher für
ein wahres Kunstorakel geachtet, und sein Urtheil entschied
auch endlich wegen des langen vor einer Comite des Unter-
hauses verhandelten Ankaufs der Elginschen Marmors, ob er
gleich die Art, wie der schottische Lord sie zum Theil er-
worben, oder auch das Eigenthum des in Griechenland ge-
storbenen Tweedel an sich gebracht hatte, stets laut mißbilligte.
In den letzten 20 Jahren beschäftigte ihn fast ausschließlich
die Herausgabe, Vevorwortung und Erklärung eines archäo-
logischen Prachtwerks, wovoir unter dem Titel Specimens
of ancient Sculpture Aegyptian, Etruscan, Greek and
Roman selected from differents collections in Great Bri-
tain by the Society of Dilettanti, der ItC Theil im größ-
ten Folioformat zwar schon mit der Iahrzahl 1329 versehen,
aber viele Jahre später erst ausgegeben worden ist. Das
Werk besteht außer den Vignetten am Anfang und Ende, aus
75 prachtvollen, von den ersten Meistern unter der genauesten
Aufsicht des Herausgebers gezeichneten und gestochenen Kupfer-
tafeln, wovon die größere Zahl Bronzen darstellen, und durch
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