Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 436
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sche Vorlesungen mit unmittelbarer Beziehung auf die vor-
handnen Kunstschatze halten könnten? *) Eine solche
Einrichtung laßt sich freilich nur da mit Schicklichkeit
und Bequemlichkeit treffen, wo, wie in Dresden, schon
bei der ersten Aufstellung auf einen geräumigen Vorsaal
Rücksicht genommen wurde, oder wo bei neuer Aufstellung
schon vorhandener großer Kunstschatze in neuerrichteten Mu-
seen der Raum für einen solchen Hörsaal im voraus mit in
Anschlag gebracht werden kann. Es ist daher wohl kaum
einem Zweifel unterworfen, daß nicht nur bei dem jetzt mit
wahrhaft königlichem Aufwand betriebenen Ausbau des großen
Kunstmuseum in Berlin, wohin auch alle, durch ihren kun-
digen Aufseher, Prof. Levezow, im II. und III- Band der
Amalthea verzeichnete Antiken in Sculpturen, Münzen und
geschnittnen Steinen aus den seit dem Anfang des vorigen
Jahrhunderts zusammengebrachten Kunstschatzen, gebracht wer-
den sollen, sondern auch in der ihrer Vollendung täglich
mehr entgegengehenden Münchner Glyptothek auf einen Saal,
wo durch lebendiges Wort die Prometheusfackel gezündet
werden und das todte Bildwerk ins wahre Leben treten könne,
weise Rücksicht genommen seyn werde- Denn auch hier gilt
das alte homerische Wort: das Eisen zieht den Mann an.
Man lege das wohlgeschliffne Schwert nur erst hin. An
tüchtigen Kämpfern, die zugreifen, wird es besonders in
diesem Felde jetzt nirgends fehlen. Allein ganz verschieden
davon sind die akademischen Museen in Universitätsstädten
und auf unfern Hochschulen, wohin auch wohl höhere Bil-
dungsanstalten, wie Pforta bei Naumburg, Ritterakader
mieen und große Gymnasien, wie zu Hamburg, Frankfurt
am Main, wo im neuen Bibliothekgebäude so schönes vor-

*) Dergleichen zu halten haben seit 1315- Sr. Maj. der König
von Sachsen im Vorsaal des K. Antikenmuseums in Dresden gestattet
und sie sind nicht ohne Nutzen geblieben. Db einst der Director
des Kaiserl. Antikenmuseum in Wien, Rath Naumann, zu seinen
Vorlesungen ein Lokal in der Burg selbst, wo sich das Museum
befindet, gehabt habe, ist mir nicht genau bekannt worden.
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