Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 445
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daß noch eine werde entdeckt werden. Da es kaum zu

bezweifeln ist, daß sie einen Papyrus enthalte und daß
derselbe, wie der um den höchsten Preis nach Paris
gekommene, wohl auch feine Hieroglyphen mit einer griechi-
schen Ueberfetzung enthalte, so bietet sie Hoffnung, daß aus
ihrer Eröffnung noch größeres Licht über die Hieroglyphen-
spräche ergehen werde, als aus jener schon ergangen ist.

4) Eine Aegyptische sehr groß und aufs beste er-
haltene Mumie, in zwei Sarkophagen, davon der innere
voll von Hieroglyphen ist.

5) Drei Katzenmumien, vollkommen gut erhalten,
und wahrscheinlich die letzten, welche noch gefunden werden
konnten. *) Ich wünsche sammtliche Stücke verkaufen zu

*) Da eine davon in meinen Besitz gekommen ist, so nahm
ich davon Veranlastung in der in Dresden erscheinenden Abendzei-
tung von 1824 n. 244. im Allgemeinen über den Katzencultus der Aegyp-
ter und die muthmaßliche Veranlastung dazu zu sprechen, auch die
Meinung zu berühren, daß die altern Griechen unsre Hauskatze nur
wenig gekannt hätten. Diese Behauptung kann sehr wahrscheinlich
gemacht werden, ohne daß der neuerlich zwischen den Zoologen statt
findende Zwiespalt der Meinung, ob nicht die alte ägyptische Buba»
stiskatze eine eigene afrikanische Gattung bilde, (wie Link in seiner
Urwelt und Alterthuin erläutert durch die Natur-
kunde S. 200 behauptet und dabei O liv ier in seinem Voyago
ä L’Empire Ottoman. Vol. IT. p. 41. zu seiner Beglaubigung an-
führen konnte, wogegen C uv ier in seinem Hauptwerk sur les
ossemens fossiles Vol. I. p. go. die Katze ausdrücklich unter die
Thiere rechnet, deren Mumien die vollkommenste Identität der an-
tiken und neuen Gattung beweisen) dadurch berührt werde, lieber
die Katzenmumien überhaupt verdient wegen ihrer Genauigkeit in der
Angabe ihres Innern (bei ihrer zergliedernden Eröffnung) und
Aeußern, und wegen sorgfältiger Anführung alles desten, was in
neueren Werken über Aegypten vorkommt, eine erschöpfende latei-
nische Abhandlung verglichen zu werden, welche als Programm zur
Jahresfeier der Universität Kopenhagen der dortige gelehrte Pro-
festor der Naturgeschichte, Johannes Nein hart geschrieben hatr
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