Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 450
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äresius p. 90. ed. Boissonade, wo Wyttenbach in
der Anmerkung sowohl den Gebrauch als das Wort erläutert
hat p. 522. Die Drapirung ist ganz, wie sie die strenge
griechische Evcr%7jfJ.°(Tvv}i C S. Vasengemälde St. II.

S. 54 fO bei solchen Repräsentationen fodert. Die rechte
Schulter bis auf die Brust und der rechte Arm frei und ganz
unbekleidet. So haranguirte der griechische Redner. Man
denke nur an das griechische Sinngedicht Ahean. CIV.
(T. III. p. 171.)

Avrov oguj <ret MsÖov, rov pij'ro^a* (pev, ri rö

Savficii

'ZreiXafievos • ovhev ögcuorepoy.

wo Jacobs in Animadv. Vol. X. p. 344* dieß von
jenem aus Quintilian zur Gnüge bekannten, aber freilich
beim griechischen Pallium sich knapper als bei der römischen
Toga gestaltenden Mantelwurf erklärt. Die Sculptur wählte
dieses dem strengen Alterthum nachgebildete Kostüm um so
lieber, und behielt es als einen stehenden Typus auch in
spätem Zeiten bei, weil es die erwünschte Gelegenheit dar-
bot, wenigstens einen Theil der vollen männlichen Brust
und den ganzen rechten Arm völlig unbekleidet zu zeigen.
Wir finden dieß daher auch auf den meisten noch erhaltnen
Büsten griechischer Redner so angedeutet. Man sehe z. B.
die schöne Büste des Isokrates in Viscontis Iconogra-
phie Grecque pl. XXVIII, 5. 4. Die Sache hat in-
deß ihre eignen Maaße und Abstufungen, da das duplex
pallium der Philosophen von der strengen Sitte, wie wir
es noch in den Statuen alter Philosophen (Mus. Capit.

T. III. tab. 59. Mus. Florent. T. III. tab. 97. und in an-
dern Denkmalen) erblicken, von dem Rednermantel, wovon
uns Fea in seiner Ausgabe des Winckelmann in einer Ab-
bildung des Demosthenes nach einem Gypsabguß bei Jenkins
eine interessante Abbildung gegeben hat (Storia delle arti
di disegno T. II. tav. VI. mit der Erklärung T. III.
p. 458-) genau unterschieden werden muß. Selbst die
Art, wie die alten Aerzte sich schürzten und wie sie in einer
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