Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 451
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eignen unechten Schrift in den Werken des Hippokrates bei
schrieben wird und auf mehrern noch vorhandnen Statuen
des Aeskulap genau beobachtet erscheint, hat ihr Eigen-
tümliches. Dieß fodert aber eine weit ausführlichere
Auseinandersetzung. Hier gnüge es zu bemerken, daß die
vollere, faltige Drappirung des Mantels, in welcher unser
Rhetor gekleidet erscheint, an die toga Graecanica beim
Sueton in Domit. c. 4. erinnert, worüber von den Erklä-
rer« viel Ungereimtes vorgebracht worden ist und wo Ern esti
in seinem Excurs die Sache doch noch richtiger faßt, als
Oudendorp und andere.

Offenbar kränzt sich unser Rhetor selbst, so wie wir
mehrere Athletenfiguren im Alterthum finden, die sich die
statt des Siegerkranzes oft eintretende oder mit ihm verbun-
dene Binde (das dvarcaviovaSaO selbst ums Haar win-
den. Da er nun zu gleicher Zeit noch einen Kranz auf
dem der Statue zum Stützpunkte dienenden Cippus liegen
hat und einen dritten in der Linken hält, (denn daß es
keine besondere Frucht, der Ananas ähnlich, wie Leutzen
mir schreibt, seyn könne, was er mit der Linken erfaßt,
sondern auch ein Kranz, möchte wohl höchst wahrscheinlich
seyn) so ist es offenbar hier um einen dreifachen Sieg
zu thun, wegen dessen ihm diese Kränze von den Agono-
theten im Kampffpiel zuerkannt worden waren. Es würde
leicht seyn, diese auch siegreichen Dichtern, Rednern, So-
phisten oft zuerkannte Bekränzungssitte durch eine ganze
Reihe von Anführungen aus den alten Schriftstellern zu er-
läutern, wenn nicht schon seit Pasch alius de Coronis
V, 12. p. 324 ff. diese Materie oft erläutert und zuletzt
noch vom Staatsrath von Köhler in der mit so vieler
Gelehrsamkeit und Scharfsinn behandelten Abhandlung über
die Belohnungen im Staate bei alten Völkern, die unfern
Ritterorden zu vergleichen, in dem Abschnitt, der von den
Kränzen handelt (Dörptsche Beiträge von 1314.
Erste Hälfte) ganz erschöpfend behandelt worden wäre.
Dort (S. 66 ff.) wird auch bewiesen, daß, um die Ehre
der Kränzung zu erhöhen, sehr oft dem Gefeierten Statuen
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