Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 453
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heit aus bestimmten Zeugnissen der Alten kaum auszumitteln
seyn. Selbst, welche Ptolemäer das Ganze am meisten ge-
ordnet, die ffvffffiTia t>ef Gelehrten, die Vorlesungen in
den crroaig, die Declamationen (commissiones S. zu
Sueton Caligula c. 53.) und Reeitationen der Dichter und
Sophisten mit Stipendien und Prämien ausgcstattet haben,
unterliegt vielen chronologischen und geschichtlichen Streit-
fragen, die schon Heyne in seiner auch jetzt noch belehren-
den Abhandlung de genio saeculi Ptolemaeorum alle
angedeutet hat. S. Opusc. T. I. p. 130 f. vergl. Vol.
VI. p. 436 f. Am meisten erläutert die hier in Anspruch
kommende öffentliche Eiribeföeig und dycuvifffiara die in
Alexandrien selbst gesprochne Rede des Sophisten Dio aus
Prusa p. 363. D. ed. Morell. wo auch die pqroges Vorkom-
men, emheixTixcrj; Xoyoug ffvv&dvTeg. Was Professor
Matter in Strasburg in seiner fleißig zusammengestellten
Preisschrift Essai historique sur l’ecole Alexandrine
(Paris 1820«) T. I. p 92 ff. über diese Musenkämpfe
bemerkt, konnte bei Mangel bessrer Quellen freilich nur noth-
dürftig ausfallen. Wir hoffen in unsrer längst schon vorberei-
teten Schrift über den Musendienst und seine verschiedenen
Epochen, in der yten Epoche, wo von den Alexandrinischen
Musen und Museen die Rede seyn wird, durch Zusammen-
stellung mancher leisen Andeutungen es wahrscheinlich machen
zu können, daß hier zuerst die sogenannten Facultatsmusen,
d. h. die Vertheilung der verschiedenen Vorsteherschaften,
die man den 9 Musen in 9 Sälen, wovon jeder einer Muse
geweiht war, zuschrieb, entstanden sind. Es gnüge indeß jetzt
diese flüchtige Andeutung. Ueber den in der Statue vor-
herrschenden Styl kann nur ein prüfender Augenzeuge seinUr-
theil abgeben. Wir würden vorläufig auf das für Alexandrien
so wichtige Zeitalter des Alexander Severus rathcn, und sind
übrigens keineswegs der Meinung, daß es in der zu Ale-
xandrien angesiedelten Bildnerkunst und Sculptur nicht auch
eine eigne wohl auch bis zu einer Art von Kunststyl ge-
steigerte Manier gegeben habe, was Millin freilich gerade-
zu leugnete, als er in einer Anmerkung zu Dallaway's ins
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