Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 454
DOI Heft: 10.11588/diglit.9753.20
DOI Artikel: 10.11588/diglit.9753.25
DOI Seite: 10.11588/diglit.9753#0513
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amalthea1825/0513
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
454

französische übersetzten beaux arts en Angleterre T. II.
p. 111. geradezu ausspricht: on ne connoit pas des
caracteres qui puissent servir ä distinguer le style
des statues Grecques sous les Ptolemees. Sehr begierig
sind wir auf die jüngste Vorlesung in der Münchner Aka-
demie von Thiersch, in welcher er, überhaupt nur zwei
Epochen annehmend, die Grenze der letzten nur bis auf
Adrian ausdehnt.

Böttige r.

c.

Uebet S. Quintinos Scarabaen - Hypothese.

Wien, den 23. April 1325.

Herr Director von Steinbüchl schickt Ihnen beiliegend
eine italienische Abhandlung über die Scarabäen. Mich
hat der Vers, nicht überzeugt, daß sie in Aegypten als
Scheidemünze gedient haben, denn a) müßte man deren
so viel tausende finden, als man sie zu hunderten hat,
b) wäre ihre Nachahmung gar zu leicht gewesen, und hätte
der Falschmünzerei Thüre und Thor geöffnet; c) die darauf
befindlichen Hieroglyphen von der größten Mannigfaltigkeit
deuten auf religiöse Ideen, wenigstens auf kein einförmiges
Münzgepräge. Da sie gewöhnlich durchlöchert sind, können
sie nicht auch als Rosenkränze gedient haben? Auch die Grie-
chen und Türken spielen aus langer Weile mit solchen Coral-
len oder Perlen - Schnüren von verschiedenem Material.

Das hiesige Aegyptische Museum steht in einem geräu-
migen Lokal durch Steinbüchls Sorgfalt lehrreich und schön
aufgestellt. Champollion hat ihm einige vortrefflich erhal-
tene Steine mit Hieroglyphen entziffert; sie enthalten aber
weiter nichts als Namen von Priestern. Diese Aegyptischen
Steinplatten sind dasselbe Material, worauf man jetzt litho-
loading ...