Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 458
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und bei der Veneria gefundenen Alterthümer unter dem
Portikus des Akademiegebäudes zu vereinigen. Durch den
Doktor Vitaliano Donati von Padua, welcher auf
Kosten Carl Emanuel HI. zwischen 1759 und 1761 im
Orient reiste, und dort mitten in seinen Bemühungen für
die Alterthumswissenschaft den Tod fand, erhielt die Samm-
lung einen bedeutenden Zuwachs an ägyptischen Alterthür
mern. Endlich wurde sie durch die bis auf die neuere Zeit
fortgesetzten Nachgrabungen auf der Stelle der alten Stadt
Industria, mit vielen Denkmälern römischer Zeit bereichert.
— Die französischen Commissäre nahmen auch von hier das
Beste für das Pariser Museum; so mußte namentlich die
Bembinische Tafel nach Paris wandern. Doch kamen diese
Sachen nach der Restauration zurück; nur die bei Maffei
erwähnte und in den Mann. Taur. abgebildete, mit grie-
chischer Inschrift versehene Büste des Menander habe ich
nicht aufgestellt gefunden.

Das Lapidarium im Vorhof übergehe ich, da dessen
sämmtliche Inschriften und Reliefs in den genannten Wer-
ken aufgeführt sind, und erwähne nur zweier ägyptischer
Statuen und der Torsen von Susa, welche zu Millin's Zeit
noch nicht hier standen. Links vom Eingang: Sitzende Anu-
bisstatue aus schwarzem Basalt, mit der Linken auf dem
Knie den Nilschlüssel haltend (wie deren mehrere im Vati-
kan und in Drovetti's Sammlung). Rechts: Stehende
Priesterfigur aus rothem Granit, beide Hände auf einen
Schurz legend, der sich vom Gürtel bis an die Kniee keil-
förmig ausbreitet. Die Unterbeine sind ergänzt. — Die
beiden in Susa gefundenen Harnische oder Torsen römischer
Imperatoren aus weißem Marmor, hat man als August
und Tiber restaurirt. Auf dem Harnisch des August ist
Minerva mit Schild und Lanze zwischen zwei Tänzerinnen,
(wie die in der Villa Albani Zo'cga Bassir. I. tav. 20.
2i.); der aufgesetzte Kopf ist antik. Auf dem Harnisch
des Tiber sieht man zween bärtige Arimaspen, welche
knieend einen Greif füttern. Der Kopf ist neu und nicht
lobenswerth. Die Arbeit an den Torsen dagegen gehört
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