Böttiger, Carl August   [Hrsg.]
Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde — 3.1825

Seite: 460
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2) Rechts vom Eingang: Zeusstatue unter Lebens-
größe/ stehend/ mit aufgesetztem Kopf und neuen Armen und
Füßen. Die Draperie und das Nackte ziemlich gut/ der
Kopf etwas roh.

3) Roher Kolossalkopf des Hadrian.

4) Brust eines kolossalen Antinous, auf die man einen
antiken weiblichen Kopf mit restaurirter Nase und Mund
gesetzt hat.

5) Manierirte Antinousbüste. Der Kopf ist aufgesetzt;
Kinn und Nase sind restaurirt; demungeachtet sieht das
Ganze modern aus/ wozu vielleicht die Politur/ welche fast
allen Antiken in diesem Saale gemein ist, beitragen mag.

6) Torso eines Bacchus oder jugendlichen Fauns. Kopf,
Arme und Beine sind schlecht restaurirt. Er lehnt sich jetzt
mit dem rechten Arm auf einen Tronk und hält ein Bündel
Trauben.

7) Mehrere Büsten.

8) Schlechtes Pasticcio. Jugendlicher Körper mit zier-
lich gebundenen Sandalen; über die Schulter hangt eine
Löwenhaut. Arme und Kopf als Bacchus restaurirt.

9) Gute Büste des Julius Cäsar.

10) Schlechte Büste des Lucius Verus.

11) Schlechte Wiederholung der sogenannten Gruppe
des Pan und Apollo in der Villa Albani (Winckelm. N. A.
Th. IV. S. 235.) Der Kopf des Apollo ist neu. Alle
Arme sind abgebrochen.

12) Schlechte Büste des Titus, ingleichen mehrere an-

Bündel Haare Cciocca nennen es die italienischen Antiquare), wel-
cher in spütern griechischen und römischen Kinder- und Knabenfigu-
ren so oft vorkommt und von kundigen Archäologen langst von dem
bekannten Haarbüschel oder Stirnlocke des Harpokrates abgeleitet
worden ist; denn es ist bekannt, daß der damals über alle Provin-
zen des römischen Reichs verbreitete Isisdienst die Knaben mit Hin-
sicht auf eine besondere Weihe harpokratisirt, d. h. ihre Ähnlich-
keit mit dem kleinen Harpokrates auch im Haupthaar anbildete, so
wie die Mütter sich so gar als Isis bilden ließen. B.
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