Amelung, Walther  
Die Basis des Praxiteles aus Mantinea: archeologische Studien — München, 1895

Seite: 34
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auch über den Kopf der Artemis von Gabii und nähern sich hierin
bedeutend jenem Aphroditekopf aus Petworth, den Furtwängler neuer-

Abh. 15 u. 16. Mdpuiucnc.

dings — wie ich glaube, mit vollem Recht — als ein Originalwcrk
aus den letzten Zeiten des Praxiteles veröffentlicht hat (Meisterwerke,
p. 640 ff., T. XXXI); nur müssen wir uns gegenwärtig halten, dass

eben die Aphrodite
ein Original in Mar-
mor ist, während
die Musen sicherlich
Copieen nach Bronze-
figuren sind, wie aus
der eigentümlichen
Behandlung des Ge-
wandes deutlich her-
vorgeht. Erst bei
dieser Annahme er-
klären sich die hervor-
stechenden Eigen-
schaften dieser Ge-
wänder, das scharfe

Abb.^i 7.J [Mu^c in M;ni

.id.

Brechen der Falten,
wie die Behandlung
der einzelnen Falte,
die rund heraustritt,
wie in Metall getrie-
ben, mit einzelnen
kleineren belebenden
Einsenkungen, die
auch wieder wie ge-
trieben wirken.

I [aben uns nun
all diese Beobach-
tungen nicht getrügt,
so ist uns in der
vaticanischen Musen-

Gruppe ein einstmals berühmtes Werk unseres Meisters nachgebildet
erhalten.*)

') Die Gruppe im Vatican giebt nur sieben zusammengehörige Figuren. Eine Er-
gänzung bietet die in Madrid befindliche Gruppe. Die 1 lübnersclieii Angaben über diese
(Bildwerke in Madrid) verlangen indes manche Berichtigung:
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