Amira, Karl von
Die Grosse Bilderhandschrift von Wolframs Willehalm — München, 1904

Seite: 213
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Die grosse Bilderhandschrift von Wolframs Willehalm.

Von Karl v. Ainira.

(Mit 3 Tafeln.)

(Vorgetragen in der philos.-philol. Klasse am 7. März 1903.)

In der kürzlich veröffentlichten Einleitung zu meiner
Ausgabe der Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels
habe ich als eine der nächsten Vorläuferinnen der Sachsen-
spiegelillustration eine grosse Bilderhandschrift von Wolfranis
Willehalm genannt, die zwar nicht mehr vollständig, doch
in Bruchstücken zu Heidelberg und München erhalten sei.
Nach diesen Bruchstücken habe ich a. a. 0. auch in aller
Kürze eine Beurteilung der Willehalm-Illustration gegeben.
Es konnten jedoch dort nur Behauptungen aufgestellt werden.
Ihre Begründung nebst Ergänzungen und einer genaueren
Charakteristik des bedeutenden Werkes sollen jetzt nachfolgen.

Keines jener Bruchstücke war bisher unbekannt. Das zu
Heidelberg besprachen schon F. J. Mone in dessen , Anzeiger
für Kunde der teuischen Vorzeit' V 1836 Sp. 177 ff. und
Fr. Kugler in seinen ,Kleinen Schriften und Studien zur
Kunstgeschichte' I 1853 S. 6. Beide begleiteten ihre Mit-
teilungen mit Proben der Bilder in Umrissen. Mone bot auch
einen, allerdings sehr ungenauen, Abdruck des Textes. Ohne
die Monesche Veröffentlichung zu kennen gab 1872 K. Bartsch
einige Notizen über das Fragment in Pfeiffers Germania
XVII 434 (recte 443), und in seinen ,AItdmtschen Hand-
schriften der Universitätsbibliothek zu Heidelberg' verzeichnet er

11)03. Sitzgsb. d. philoa-phtlol. 0. 0. U«t Kl. 15
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