Amira, Karl von  
Die Handgebärden in den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels — München, 1905

Seite: 181
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Nr. 2, oder anberaumt hat 65 b Nr. 1, abwartet 80 a Nr. 3, 4, 5, oder abgewartet hat
80 b Nr. 1, 3, 4, oder dessen Gericht solange dauert 47 b Nr. 1, der Urteiler, der über
die Zulässigkeit des Termins ein Urteil findet 79 b Nr. 2, 81b Nr. 1, die Partei, die ihn
beobachtet 78 b Nr. 4, nach einer halben Sonne, dem Zeichen des Vormittags, wiederum
der Richter, wenn er am Vormittag sein Taiding beginnt und der Urteiler, der hierüber
ein Hegungsurteil findet 79 b Nr, 4. Wegen der mancherlei Beziehungen, worin sie zum
Urteil stehen können, zeigen Gerichtspersonen und Parteien nach seinem im Bilde oder
auch außerhalb schwebenden Symbol, der grünen fünf- (oder sechs-)blättrigen Rose 24 a
Nr. 2, 4, b Nr. 2, 4, 5, 25a Nr. 1, 78a Nr. 4, b Nr. 3, 79b Nr. 1, 84a Nr. 1—5,
b Nr. 3, 4, 85 a Nr. 3. Deutet der ftichter auf StrafwerkzeugeT so gibt uns damit der
Illustrator zu verstehen, daß Klaggewähr in Ungerichts- und Frevelsachen gelobt werden
müsse 26 a Nr. I.1) Auf eine Krone, die der Künstler vor ihn hingelegt hat, zeigt der
Richter, um uns zu belehren, daß er ,unter Königsbann' dingt 50a Nr. I,2) auf das
Marktkreuz, weil er an einem Marktorte Gericht hält 0 70 a Nr. 1, auf eine Mauer, weil
man sie in gewisser Höhe ohne seine Erlaubnis errichten darf D 49 b Nr. 2, auf einen
gestürzten Schild, weil der Mann vor ihm ,sein Recht verschmäht' d. h. sich einen höheren
Stand anmaßt, als welcher ihm zukommt 0 24a Nr. 2.3) Er weist hinauf nach der
Szene im vorhergehenden Bildstreifen, weil man ,so' wie in ihr auch in einem andern
Falle verfahren soll D 55 a Nr. 4.4) Etwas Ähnliches findet sich in 0 25 a Nr. 2, wo der
Vormund eines unverheirateten Weibes hinter sich aus dem Bilde hinaus d. h. nach dem
folgenden zeigt, weil er erst in der folgenden Szene etwas zu tun bekommt.&) Wiederum
auf eine Sonne deutet ein Lehenherr, wo sie den ,Tagl vorstellt, an dem er einen Mann
belehnt hat D 59 a Nr. 3, und auf eine Ziffer (,XXP), wo sie das Lebensjahr bezeichnet,
bis zu dessen Ende der Vassall eines Vormundes bedarf 66 b Nr. 3, auf das Zeichen für
das ,Gedinge', wofern er dieses geliehen 62 b Nr. 5.6) Auf ein Grundstück zeigen Leute,
die darum streiten D 57 a Nr. 4, oder es teilen wollen 8 a Nr. 4, 7 b Nr. 5, oder es ver-
äußern 46 b Nr. 4, oder es erwerben sollen 53 a Nr. 4, b Nr. 3. Der Bauermeister, der
das Aufgebot gefundener Sachen hört, zeigt auf diese W 35 a Nr. 1 (Ergänzungstafel 2
hinter der Ausg. v. D). Auf schadenstiftende Tiere deutet Einer zum Zeichen, daß sie
den Schaden ihm getan haben D 32 b Nr. 3. Auf den Ertrag eines Lehens an Garben
und Geld zeigt ein Lehenherr, der für dessen Ergänzung aufkommen muß 60 b Nr. 2, auf
einen toten Herrn ein lebender zum Zeichen, daß er sein Nachfolger 71b Nr. 4, ein

J) Das entsprechende Bild aus O 45a Nr. 1 (sowie aus W 30a Nr. 1) bei Grupen Teut. Altertümer
(1746) 32 und darnach bei Spangenberg Beiträge zur Kunde der teut. Mechtsalterthümer (1824) tab. II.
Die Erklärung der Strafwerkzeuge bei Grupen 33 und Spangenberg (J. C. H. Dreyer Jurisprud. pict.)
27 verwechselt den Zweck des Bildes mit dem des nächstfolgenden.

2) Über diese Krone s. Genealogie 332 und die angeführte .Einleitung'27, sowie Kopp BÜder und
Schriften II 20. — Analog auch die Darstellung des Richters D 36 a Nr. 2, worüber Genealogie 335, 381 f.

s) Bei Büsching Wöchentliche Nachrichten IV (1819) Taf. 1 Nr. 6. Über den gestürzten Schild
s. die zit. Einleitung 26 und San Marte Zur Waffenkunde d. ä. deutschen Mittelalters 115.

*) Richtiger als der Redegestus der linken Hand wäre allerdings ein zweiter Zeigegestus wie in,
E29a Nr. 4 (Taf. XXXII 1), da erst hiedurch der Vergleich zwischen den beiden Begebenheiten voll-
kommen hergestellt wird.

5) In D 14b Nr. 2 zeigt er auf das folgende Bild hinab.

6) Vgl. H 4b Nr. 5 (Taf. IV 8).

Abh. d. I. Kl. d. K. Ak. d. "Wiss. XXIII. Bd. II. Abt. 46
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