Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: VI
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Bei der großen Menge von Bildern mußte sich das Gegenständ-
liche oftmals in ihnen wiederholen. Diesen Dingen durfte nicht
bei der Erklärung des einzelnen Bildes immer von neuem nach-
gegangen werden. Das würde zu einer Kette von Abhandlungen ge-
führt haben. Es mußten vielmehr alle derartigen Gegenstände,
mochten sie nun der Geschichte des täglichen Lebens oder der
Bechtsgeschichte angehören, vorweg zusammengefaßt und in
ihrem Zusammenhang erledigt werden. Hieraus ergab sich für
gegenwärtigen Band die Bildung eines ersten oder allgemeinen
Teiles, dem im zweiten oder besondern Teil der eigentliche Kom-
mentar zu den einzelnen Bildern zu folgen hatte. Die Anordnung
im Kommentar ergab sich aus der Notwendigkeit, zu jedem Bilde
der Dresdener Handschrift die Seitenstücke und die ergänzenden
Stücke aus den verwandten Handschriften nachzuweisen und zu
beschreiben, wofern nicht Beproduktionen derselben vorgelegt
werden konnten. Erst nachdem so der Stoff beschafft, konnte die
Erklärung folgen.

Zu den Aufgaben dieses Erläuterungsbandes gehörte auch die
Prüfung, inwieweit die Schilderungen von Vorgängen und Zustän-
den, welche die Illustratoren hinterlassen haben, der sichtbaren
Wirklichkeit entsprachen oder von ihnen erfunden wurden. Dazu
war notwendig, die Vorlage eines möglichst beweiskräftigen Kon-
trollmaterials an schriftlichen Quellen und an Behelfen archäolo-
gischer Art. Standen die einen oder andern im Überfluß zur Ver-
fügung, so konnte, mußte aber auch eine Auswahl genügen. Ich
habe dann, wo nur immer möglich solche Stücke ausgewählt, die
nicht selbst wieder der Erläuterung bedurften.

Bei der Beschreibung der einzelnen Bilder sind die Figuren von
heraldisch rechts nach links gezählt, ohne Bücksicht darauf, ob
etwa ein früherer Vorgang vom Zeichner links und ein späterer
rechts geschildert wird.

Karl v. Amira.

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