Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 11
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im 14. der Zeitmode entspricht. Vgl. die datierbaren Bilder bei
A.Schultz, Deut. Leben, Nr. 239, 250, 252, 254—256, 259, 273,
274, 277. Höf. Leben, Nr. 90, 97. In H wird er noch gegürtet (TD.
I 8, VII 4, XI 4, 6, 9, XIX 11, XXII9, XXVII 2-7, 9,10, XXVIII1),
jedoch nicht mehr in O, D, W, wo er sich dafür dem Oberkörper
mehr anschließt, von der Hüfte an aber in tiefen Falten über die
Füße hinabfällt.

Von Unterkleidern lernen wir nur die männlichen kennen, und Das Hemd
zwar in D 19a3, 29a3 (O 93al, 49al) das Hemd, dort und in
D 29a5 (O 29b 3), O 43b 3 auch die „Bruche", diese allerdings Die Bruche
nur in ihrer kürzeren Form als „bloße Schamkleidung" (Heyne,
Hausaltert. III 282. Wir bemerken deutlich den Bund oder Gürtel,
der die Bruche über den Hüften festhält. Vgl. Schultz a.a.O.
Abb. 276. Will man beim Arbeiten keinen Bock tragen, so zieht
man die Bruche über das Hemd (D 29a 3). Sie ist weiß (leinen),
während das Hemd von blauem oder graublauem Stoff. An die
Bruche genestelt sind die Beinlinge (TD. XXIX 3), die eng an- Beinkleider
liegen und die Beine samt den Füßen vollständig bedecken (D
Beil. zu Taf. 97, TD. Farbentafel Nr. 14, 15, 17, TD. VIII 4 nebst
Farbenangabe bei D 32 a 4). Sie sind immer von anderer Farbe als
der Bock, gewöhnlich aber einfarbig. Beinkleider in mi parti kom-
men so gut wie gar nicht vor (unsicher D 14 a2). Über die Füße
zog man schwarze Lederschuhe, die in H weggelassen sind, schuhe
Vielleicht haben wir uns dort die Beinlinge beim Gehen über ge-
wachsenen Boden mit Sohlen unterlegt zu denken (Hottenroth,
Handb. 209, 311). In O schließt, wie der Leser aus den schon an-
geführten Abbildungen ersehen kann, der Schuh den ganzen Fuß
bis über den Knöchel ein. Er ist nach vorne abgerundet, während
er in D spitz zuläuft. Auch ist er hier gewöhnlich über dem Bist
offen und in der Fußbeuge mittels einer Spange geschlossen (Bei-
spiele 5a 2, 3, 7 a 1—6, 9a 1—4, b 2, 5, 14 a 1—4, 17b 1—4). Daneben
kommen oftmals Schuhe vor, die von der Sohle aus zwischen dem
Hinter- und dem kaum mehr sichtbaren Oberleder nur mit schma-
lem Biemenwerk gitterartig verschnürt werden — die sog. calcei

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