Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 13
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Frauenmantel, obgleich er schon im 13. Jahrh. zu vollkommener
Kleidung gehörte (Bode a.a.O. 55, 56, Schultz a.a.O. Abb. 74,
86, 89, 95, 108). Stets ist er einfarbig. Aber eine Regel, wonach nur
eine bestimmte Farbe getragen wird, besteht nicht. Nur soll von
der übrigen Kleidung die Farbe des Mantels abstechen. Die Farben,
die vorkommen, sind krapprot, grün, blau, grau, braun. Frauen
zeigen eine gewisse Vorliebe für roten Mantel über dunkelgrünem
Rock. Das Mantelfutter pflegt gelb zu sein.

Im allgemeinen trägt den Mantel eher die verheiratete Frau als
die unverheiratete. S. insbesondere D 13b 5, 16a 2, 35a 3, wo jedes-
mal die verheiratete Frau im Mantel und neben ihr die unver-
heiratete ohne Mantel auftritt. Doch einer unverbrüchlichen Regel
entspricht dies nicht. Es gebührt der Mantel nicht nur der Braut
bei der Vermählung (5 a 2, 3, b4), sondern zuweilen trägt ihn die
Jungfrau auch in andern Lebenslagen (6a 3, 8b 3).

Unter den männlichen Kopfbedeckungen erscheinen bei Alchen
Ldr. III 69 §1 zwei Hutformen, in H24al (Kopp a.a.O. 1122,
TD. XXVI 5) ein grüner Hut mit breiter Krempe und gelbem Band
um den halbkugelförmigen Kopf, der hut schlechthin, wie ihn ähn-
lich auch D 23 a 2, 73 a 5, 81b 2 zeigt, ferner und in D 50 a 1, 28 a 3
das hutelin, eine Mütze mit aufgerichteter Krempe um den halb-
runden Kopf. In D ist dieser von grüner Farbe, die Krempe aus
Feh hergestellt. S. auch D 81 b 4. In H besteht die ganze Mütze aus
rotem Stoff und ist in der Mitte durch eine Spange geteilt. Über
roten und grünen Hut s. Heyne a.a.O. 298 N. 195. Der „Hut"
scheint vornehmlich auf der Reise gedient zu haben. Der Pilger,
der wegfärtigeLehenherr tragen ihn. Vgl. auch F. Philippi, Atlas
Taf. 24. Außer dem „Hut" und dem „Hütelin" begegnet bei Ldr. III Haube
6 § 1 auch die dort erwähnte hübe, die sich eng dem Oberkopf und
den Wangen anschmiegt. Sie ist aus grünem Tuch oder aus weißer
Leinwand gefertigt, netzartig übersteppt und wird mittels gelber
Bänder unter dem Kinn festgebunden. Meistens tragen sie Männer
in dienender Beschäftigung, vielleicht als Staubschutz (TD. 1X5,
XV 5, XXIII 2, XXV13, D23bl, 29a 3, 33b 1, 36b 6, 37b 4, 90b 3).

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