Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 14
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Vgl. Hottenr oth, Fig. 51 (8, 10), v. Oechelhäuser II 397. Sel-
tener kommt sie in andern Fällen vor (D54a4), während sie in
den Miniaturen der sog. Manessischen Hs. ebenso wie in fran-
zösischen Hss. seit 1300 beinahe zur Alltagskleidung gehört. Eine
wichtigere Rolle als Hut, Mütze und Haube spielt dagegen im täg-
Die Gugel liehen Leben in D (nicht in H und O) die Gugel (cuculla),
in einer Variante zu Ldr. III 69 § 1 anstatt des Hütelin genannt,
eine Kaputze, stets von anderer Farbe als der Rock, die über-
gezogen nur das Gesicht freiläßt und, wenn zurückgeschlagen, in
einem langen Zipfel über dem Rücken herabhängt. Oft verbindet
sie sich mit einem Kragen, der den Hals, etwa auch noch die Brust
bedeckt. Sie ist noch schlicht, ohne die Ausartungen, die während
der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. an ihr einreißen. So sieht man sie
bei erwachsenen Männern aller Volksschichten in D10a4, b 4,
13a 3, 4, 14a 3, 25a 1, b 4, 26a 1, b 5, 27a 3, 35b 3, 7, 141 a4, 43a4,
49 a 3, 52b 5, 60b 4, 63 a 5, 68 a 2, 67 a 2, 68 b 4, 81b 5, übergezogen,
so daß der Zipfel steif ab- oder aufrecht steht oder seitlich herab-
hängt, bei Leuten, die sich viel in freier Luft aufhalten, Hirten,
Landarbeitern, Schiffern, Boten in 16 b 6, 31a 2, 4, 5, 32 b 1—4,
73 a 4, bl,3, 4, 76b 1, 84b 3, 4, 87b 2, 88 a 2, bei solchen auch in H
TD. VIII 5, 7, 8, 10, XII 6. Dazu nehme man die Zitate bei Du
Gange s. v. Caputium 1: Nullum jam cernimus tarn contemptum
in agris arantem rusticum, qui non deferat latum caputium
et oblongum; — capueiis etiam omnes incoeperunt uti tarn rus-
tici, judaei, pastores (a. 1336). Zurückgeschlagen findet man
die Gugel auf fol. 14a 2, 60a 3, hier sogar bei einem reitenden Jä-
ger. Überhaupt hat es, wenn man unsere Hss. durchgeht, den An-
schein, als ob es männliche Sitte gewesen sei, barhäuptig einher-
zugehen. Doch nur den Anschein! denn die Kopfbedeckung dient
den Illustratoren vornehmlich als amtliches oder berufliches Ab-
zeichen (s. unten IV A2—5), mußte also bei Männern ohne Amt
oder bestimmten Beruf vermieden werden.
Der schieier Die weiblichen Kopfbedeckungen sind der Schleier und
das Gebände, beide gewöhnlich aus weißem Linnen. Der Schleier

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